Aufnahmestopp: Das Tierheim in Bad Hersfeld ist wegen zu vieler Katzen überfüllt

„Unbedingt kastrieren“

Alle Hände voll zu tun hat Tierheimleiter Andreas Rümmler. Wie immer zum Herbst-Winter-Anfang wird das Tierheim mit Katzen überschwemmt – häufig aus falsch verstandener Tierliebe. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. „Es ist eine Katastrophe“, sagt Tierheim-Leiter Andreas Rümmler. Wie jedes Jahr zum Herbst-Winter-Anfang brächten viele Leute vermeintlich in Not geratene Katzen. „Im Sommer werden die Tiere angefüttert, und jetzt haben die Leute Angst, dass sie erfrieren.“

Dabei seien die Katzen durchaus in der Lage, sich selbst zu versorgen, und dank des dichteren Fells könnten sie auch bei Kälte überleben. Und: „Angefütterte Katzen sind keine Fundtiere“, erklärt Rümmler. „Die können wir nicht aufnehmen.“ Häufig handele es sich auch nicht um ausgesetzte Katzen, sondern um Tiere, die ihrem Besitzer durch das Füttern abspenstig gemacht wurden.

Jedenfalls ist das Tierheim nun erstmal überfüllt. „Voll ist voll, mehr geht nicht“, so Rümmler. „Es reicht hinten und vorne nicht.“ Das bestätigt der Vorsitzende des Hersfelder Tierschutzvereins, Winfried von Alpen: „Wir haben weder das Personal noch die Räume.“ Dem Verein gehört das Tierheim, finanziert wird es durch Mitgliedsbeiträge, Zuwendungen der Städte und Gemeinden sowie des Kreises, Spenden, Vermittlungs- und Pensions-Einnahmen.

Das größte Problem sei, dass zu viele Tierhalter ihre Katzen und Kater nicht sterilisieren beziehungsweise kastrieren lassen. Das sei jedoch unbedingt notwendig. Denn die Tiere werden mit etwa sechs Monaten geschlechtsreif, Katzen können bis zu 13 Jahren alt werden und bekommen zweimal im Jahr drei bis sechs Junge. Auch wer fremde Katzen oder Kater füttert, sollte Verantwortung übernehmen und diese kastrieren lassen. Rund 75 Euro kostet die Kastration bei Katzen, etwa die Hälfte bei Katern. Sinnvoll sei auch das Tätowieren und Chippen der eigenen Tiere, so könne der Besitzer schnell ermittelt werden, erklärt Rümmler.

Er und sein Kollege hoffen nun, möglichst bald einige Katzen vermitteln zu können, um Platz für neue und echte Notfälle zu schaffen. Für 40 Euro werden etwa kleine geimpfte Katze vergeben.

Weitere Informationen: www.tierschutzverein-hef.de

Von Nadine Maaz

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