Reisebüros haben alle Hände voll zu tun, um Kunden nach Wunsch zu befördern

Umbuchen von Tag zu Tag

Bad Hersfeld. Im Reisebüro am Rathaus in Bad Hersfeld ist seit Tagen die Hölle los. Auch am Sonntag haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Geschäftsführer Hans Jürgen Mannel gearbeitet und versucht, Geschäftsleute und Urlauber aus aller Welt wieder nachhause zu bringen.

Zum Dessert in Frankfurt

Wie viele seiner Kunden irgendwo auf der Welt festsitzen, weil wegen des Vulkanausbruchs in Island seit Tagen die meisten nordeuropäischen Flughäfen gesperrt sind, kann Mannel nicht sagen. Die Liste der Destinationen ist aber umfangreich: Brasilien, Singapur, Australien, Shanghai, USA und natürlich Europa. Jede Menge Geschichten könnte Hans Jürgen Mannel erzählen. Ein Geschäftsmann, zum Beispiel, wollte von Schweden zur Diamanthochzeit seiner Schwiegereltern nach Frankfurt fahren. Mit Mannels Hilfe bekam er den letzten verfügbaren Platz in einem Zug nach Göteborg, wo er gerade noch als letzter Passagier die Fähre nach Kiel erreichte und es von dort mit dem vorher bestellten Mietwagen zum Nachtisch zur Familienfeier nach Frankfurt schaffte. Er bedankte sich per E-Mail herzlich für die Unterstützung.

„Wir haben Arbeit ohne Ende“, sagt Mannel. Denn neben den gestrandeten Reisenden stehen all jene auf der Matte, die jetzt einen Urlaub oder eine Geschäftsreise antreten wollen und von Tag zu Tag umgebucht werden müssen. Hans Jürgen Mannel befürchtet jedenfalls einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden, der auch seinem Unternehmen durch die Flugverbote entsteht.

„Die Vulkanasche hat alles etwas durcheinander gewirbelt“, berichtet Andrea Teiser, Geschäftsführerin des Reisebüros Teiser + Hüter in Neuhof. Viele ihrer Gäste seien derzeit im Ausland, allerdings überwiegend auf dem Festland, erzählt sie. Die wurden und würden mit Bussen abgeholt, beziehungsweise mit Bussen an ihren Urlaubsort gebracht. „Die Leute sind damit sehr zufrieden“, freut sich Teiser, dass sich die meisten Probleme relativ reibungslos klären lassen. Eine Gruppe sei von Gran Canaria nach Österreich geflogen und wurde dann da abgeholt.

Geduld muss dagegen Thomas Fongar, der Geschäftsführer von August Kiel Reisen aus Eiterfeld seinen Gästen empfehlen. Sie sitzen auf Mallorca, Teneriffa und in der Türkei fest und können nur warten, bis es wieder Flüge nach Deutschland geben wird. Eine Möglichkeit, Reisende mit Bussen abzuholen sieht Fongar nicht. „Unsere Busse sind alle verplant, die können nicht einfach abgezogen werden.“

In guten Händen

In guten Händen weiß Roswitha Hille vom Derpart-Reisebüro Krug in Bad Hersfeld ihre Kundinnen und Kunden. Sie würden an den Urlaubsorten von den Veranstaltern betreut, erklärt sie. Diejenigen, die in den Urlaub starten wollten, kann sie nur von Tag zu Tag vertrösten. Und ihnen dringend empfehlen, nicht einfach auf gut Glück zum Flughafen zu fahren. „Diese Fahrt wird nicht erstattet“, erklärt sie. Lokalseite 3, Zum Tage

Von Christine Zacharias

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