Intendant Holk Freytag begründet Wechsel der Werbeagentur mit Sponsoren-Akquise

Ultraviolett verliert Festspieletat

Agentur-Chef Elmar Henrich mit Festspielplakat. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Festspiele haben überraschend die Werbeagentur gewechselt. Anstatt der örtlichen Agentur Ultraviolett wird künftig ein Hamburger Unternehmen sowohl für Öffentlichkeitsarbeit (PR), Marketing und das grafische Erscheinungsbild der Festspiele zuständig sein.

Intendant Holk Freytag, der zurzeit in Novi Sad (Serbien) ein europäisches Theaterfestival besucht, begründete den Wechsel gegenüber unserer Zeitung mit der Notwendigkeit, neue Sponsoren für die Festspiele zu gewinnen.

„Die Hamburger haben damit eine Menge Erfahrung,“ sagte Freytag und verwies auf die Zusammenarbeit der Agentur mit dem Mecklenburg-Vorpommern-Festival. PR und Marketing hätten nicht dem Leistungsspektrum von Ultraviolett entsprochen, argumentierte der Intendant, folglich habe man neue Wege gehen müssen, um auch diesen Bereich „auf professionelle Füße zu stellen“.

„Wir sind aber nicht in Feindschaft auseinander gegangen,“ sagte Freytag und versicherte, man werde alles tun, um einen Ausgleich zu schaffen.

Ultraviolett-Chef Elmar Henrich ist gleichwohl enttäuscht, dass der Zusage für die Festspielsaison 2012 am Donnerstag vor dem Lullusfest ohne Vorwarnung die Absage erfolgte. „Wir hatten bereits mit der Arbeit begonnen,“ sagte Henrich auf Anfrage unserer Zeitung.

Mit dem Festspielauftrag, dessen Jahresvolumen er auf rund 70 000 Euro bezifferte, sei ein wesentlicher Pfeiler des Geschäfts weggebrochen. Seit sieben Jahren sei die gestalterische Arbeit für Banner, Plakate, Prospekte und den Internet-Auftritt des heimischen Festivals eine feste Größe gewesen, sagte Henrich und fügte hinzu: „Jetzt werden wir rudern müssen, um die Arbeitsplätze zu erhalten.“

Die Zwangsverkopplung von PR und Grafikdesign vermag der Agentur-Chef nicht ganz nachzuvollziehen, weil für ihn die Grafik etwas völlig anderes ist als Marketing. Dennoch hat auch Henrich den Wunsch und die Hoffnung, dass seine Agentur künftig wieder mit den Festspielen zusammen arbeitet.

Von Karl Schönholtz

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