Stadt Bad Hersfeld und Landkreis vergeben Linienbündel für weitere acht Jahre

ÜWAG behält den Stadtbus

Entscheidung gefallen: Die Bad Hersfelder Stadtbuslinien werden auch weiterhin von der ÜWAG Bus GmbH bedient. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Die Fuldaer ÜWAG Bus GmbH bedient in den kommenden acht Jahren weiterhin die Linien des Bad Hersfelder Stadtbusnetzes sowie die Überlandlinie 320 nach Ludwigsau. Nach europaweiter Ausschreibung haben der Landkreis Hersfeld-Rotenburg und die Wirtschaftsbetriebe Bad Hersfeld dem Unternehmen erneut den Zuschlag erteilt. Das teilt die Stadt Bad Hersfeld in einer Pressemitteilung mit.

Die ÜWAG sei letztendlich als Gewinnerin der Ausschreibung mit dem wirtschaftlichsten Angebot hervorgegangen.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte das wirtschaftlichste Angebot ursprünglich der Niederaulaer Busbetrieb Käberich abgegeben. Die ÜWAG hatte daraufhin dieses Vergabeverfahren gerügt und bei der Vergabekammer des Landes Hessen einen Nachprüfungsantrag gestellt.

Auskünfte zu Mitbietern und zu Einzelheiten des Vergabeverfahrens dürfe man aus rechtlichen Gründen nicht geben, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage bei den Wirtschaftsbetrieben.

Reichwein enttäuscht

Thomas Reichwein, der Inhaber des Niederaulaer Busbetriebes Käberich, äußerte sich gegenüber unserer Zeitung enttäuscht vom Ausgang des Verfahrens. Im Falle eines Zuschlages wollte Reichwein nach eigenem Bekunden Erdgasbusse einsetzen, das dafür benötigte Gas bei den Stadtwerken abnehmen und den Firmensitz nach Bad Hersfeld verlegen.

Ob die Erdgasfahrzeuge die Anforderungen der Auschreibung erfüllen, war zum Knackpunkt in einem Nachprüfungsverfahren geworden.

Gescheitert sei sein Angebot letztendlich an einem Hub-Hebedach, sagt Reichwein und spricht in diesem Zusammenhang von einem „linken Ding“ von Seiten des Herstellers MAN. Dieser habe ihm bescheinigt, dass die Gas-Busse in der geforderten Ausstattung geliefert werden können.

Im Laufe das Vergabeverfahrens habe das Unternehmen dann erklärt, dass die Busse nicht mit den Hub-Hebedächern ausgerüstet werden können. Auf Druck der ÜWAG als größerer Kunde, sagt Reichwein, das hätten ihm MAN-Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand bestätigt. Ob rechtliche Schritte gegen die Vergabe möglich sind, prüfe er derzeit, sagt der Busunternehmer. Fahrzeuge der Firma MAN wolle er künftig jedoch nicht mehr einsetzen.

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte ein MAN-Firmensprecher mit, dass der Einbau von Hub-Hebedächern in CNG-Gasbusse aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei. Denn auf dem Dach des Busses seien die Gasflaschen montiert.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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