Bad Hersfelder Stadtwerke investieren in Testanlage – Wind- und Sonnenkraft nutzen

Überschüssigen Strom speichern

Bad Hersfeld. „Sonne und Wind sind nicht immer dann da, wenn man sie braucht“, sagt Markus Gilbert, neuer Geschäftsführer der Bad Hersfelder Stadtwerke. „Deswegen ist die Energiespeicherung für uns ein ganz essenzielles Thema.“

Um sich an der Weiterentwicklung der Speicherungsmöglichkeiten zu beteiligen, nehmen die hiesigen Stadtwerke am deutschlandweiten Projekt „Power to gas“ teil. Ziel des Projektes ist es, erneuerbare Energien zu speichern. Derzeit ist eine zweijährige Testphase geplant. Gebaut wird die Testanlage in Frankfurt, weil dort die passende Infrastruktur – Windstrom, Tankstellen mit Stoßbetrieb und ein gutes Leitungsnetz – bereits vorhanden sind.

Strom in Gas umwandeln

Bei der Umwandlung von Strom zu Gas, der Elektrolyse, wird überschüssige Energie aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu trennen. Während der Sauerstoff ungenutzt bleibt, wird dem Wasserstoff Erdgas beigemischt und diese Verbindung dann in das Erdgasverteilnetz eingespeist. „Wasserstoff hat einen prima Energiegehalt, deswegen kann man ihn problemlos mit Erdgas vermischen“, sagt Markus Gilbert, neuer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Gemeinsam mit elf anderen Stadtwerken beteiligen sich die Bad Hersfelder Stadtwerke an der Initiative des Wasser- und Energiedienstleisters Thüga.

Insgesamt soll der Bau der Testanlage rund 1,5 Millionen Euro kosten, die Bad Hersfelder Stadtwerke beteiligen sich laut Geschäftsführer Peter Sobisch mit 60 000 Euro. Eine sinnvolle Investition. Laut Gilbert könnte sich das Projekt zu einem „ganz großen Wurf in Sachen Speicherung erneuerbarer Energien“ entwickeln.

Von Lasse Deppe

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