Als eine der letzten Kommunen stellt Bad Hersfeld den Haushalt auf die Doppik um

Von hinten auf die Überholspur

Premiere: Bürgermeister Thomas Fehling (Bildmitte) mit Volker Fladerer (links) und Wilfried Herzberg von der Kämmerei mit dem ersten Haushaltsplan der Stadt Bad Hersfeld, der in doppischer Buchführung erstellt ist. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Lange Zeit war Bad Hersfeld gemeinsam mit Heringen Schlusslicht, was die Umstellung des städtischen Haushalts auf die doppische Buchführung anbelangt. Doch jetzt befindet sich die Kreisstadt auf der Überholspur: Als eine der ersten Kommunen im Landkreis darf sich die Festspielstadt mit dem Etat für 2015 beschäftigen.

Gestern Abend brachte Bürgermeister Thomas Fehling das Zahlenwerk in der Stadtverordnetenversammlung ein. Im Vorfeld sprach Fehling von einer „riesigen Kraftanstrengung“, denn der Abschied von der Kameralistik und der Aufbau eines neuen Buchungssystems wurde aus eigener Kraft bewältigt – die Suche nach einer zusätzlichen Doppik-Fachkraft, die Kämmerer Wilfried Herzberg und seinem Team zur Seite stehen sollte, war ergebnislos verlaufen.

Doch der Kämmerei und Projektleiterin Anke Hofmann attestierte Fehling, dass sie die Umstellung quasi nebenbei und erschwert durch den Nachtrag 2013, das Haushaltssicherungskonzept und die Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens bewältigt hätten.

Inhaltlich enthalte der Etat „wenig Überraschungen“, sagte Fehling, denn die nach wie vor angespannte finanzielle Situation der Stadt lasse „keinen Raum für große Akzente“. Fehling erwartet deshalb auch „keine große politische Diskussion“.

Dennoch hat er den Etat 2015 wie schon die Pläne zuvor unter ein Thema gestellt, diesmal lautet es „Sicherheit“. Das betrifft nicht nur die Zuschauertribüne in der Stiftsruine (siehe Text unten), sondern auch die Stadthalle, die konfessionellen Kindergärten, die Feuerwehr-Gerätehäuser und die zum Teil immer noch vorsintflutliche EDV der Stadtverwaltung. In all diesen Bereichen muss nachgebessert werden. Zunächst einmal hätten jedoch alle mit dem Haushalt „eine Menge Arbeit“, sagte der Bürgermeister, denn es gelte, das neue System zu verstehen und zu verinnerlichen. hintergrund, Festspiele

Von Karl Schönholtz

Kommentare