Haunetaler wegen Subventionsbetrug vor Gericht – Geständiger Angeklagter

Über den Kopf gewachsen

Bad Hersfeld. Offenbar über den Kopf gewachsen ist einem Geschäftsmann aus dem Haunetal die Sanierung eines Fachwerkhauses. Weil er dabei unrechtmäßig Fördergeld bezogen und abgerechnet hatte, musste sich der 62-Jährige wegen Subventionsbetrug gestern vor dem Strafrichter am Bad Hersfelder Amtsgericht verantworten.

Richter Elmar Schnelle hatte allerdings schon beim vorausgegangenen Aktenstudium den Eindruck gewonnen, dass hier kein typischer Betrüger auf der Anklagebank sitzen würde. Denn die Renovierungsarbeiten in Höhe von 70 000 Euro, die der Haunetaler im Juli 2010 pauschal „laut Antrag“ in Rechnung gestellt hatte, waren an dem Haus in Burghaun tatsächlich ausgeführt worden – nur war es nicht das, wofür die Hessische Investitionsbank Fördermittel von insgesamt 20 000 Euro bewilligt hatte. Tatsächlich ausgezahlt wurden dem Geschäftsmann allerdings nur 3600 Euro, weshalb der entstandene Schaden relativ gering war.

Vom Projekt überfordert

Vorausgegangen waren mehrere Förderanträge und Verzögerungen, so dass Richter Schnelle ganz richtig vermutete, dass der Angeklagte von dem Projekt überfordert war.

Am Tatbestand gab es allerdings nichts zu rütteln. Das räumte der Haunetaler auch umstandslos ein.

Weil er jedoch bislang unbescholten durchs Leben gegangen war, fiel die Strafe nach kurzer Verständigung aller Beteiligten milde aus: Der Angeklagte wurde verwarnt und eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen unter Vorbehalt, also quasi „auf Bewährung“ ausgesprochen. Als spürbaren Teil verhängte das Gericht eine Geldauflage von 2000 Euro, die an gemeinnützige Einrichtungen geht.

Von Karl Schönholtz

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