Sozial Coach soll bei Schulabschluss und Jobsuche helfen

Über 700 Jugendliche im Kreis leben von Hartz IV

Hersfeld-Rotenburg. 711 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren waren Ende des vergangenen Jahres im Landkreis auf Arbeitslosengeld II angewiesen – besser bekannt als Hartz IV. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Optionskommune Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Zehn Jahre nach dem Beschluss der Agenda 2010 im Kabinett Gerhard Schröders ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Landkreis Hersfeld-Rotenburg insgesamt aber mit leichten Schwankungen rückläufig (siehe Hintergrund).

Etwa ein Viertel der betroffenen Jugendlichen sind laut einer Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Nordhessen (DGB) arbeitslos gemeldet. Die Mehrzahl besuche hingegen noch die Schule, war in Ausbildung oder erwerbstätig. Aufstocker nennt Axel Schönewolf, Jugendbildungsreferent des DGB in Nordhessen, die jungen Menschen, die ihr Einkommen durch den Bezug von Hartz IV erhöhen müssen.

„Die arbeiten im Niedriglohnbereich und können von diesem Geld schlichtweg nicht leben“, sagt Schönewolf und fordert zusätzliche soziale und bildungspolitische Unterstützung: „Um Jugendlichen einen dauerhaften Ausstieg aus prekären Lebensverhältnissen zu ermöglichen, hilft schlichtes Parken in beruflichen Wartenbschleifen oder die Zuweisung in Ein-Euro-Jobs nicht.“

Als „unausgegoren“ bezeichnete Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Hersfeld-Rotenburg, die Ansichten des DGB in Nordhessen. Es gebe so gut wie keine Ein-Euro-Jobs für Jugendliche. Wegen der verschärften gesetzlichen Voraussetzungen gebe es ohnehin kaum noch solche Stellen. Laut Künholz plant der Kreis, einen Sozial Coach einzustellen, der junge Leute bei ihren Bemühungen um einen Schulabschluss, eine Ausbildungs- oder Lehrstelle unterstützen soll.

Derzeit liegt der Hartz-IV-Satz bei 382 Euro monatlich. Zum Tage, Hintergrund

Von Lasse Deppe

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