Der 17-jährige Paul Thiel aus Bad Hersfeld fliegt mit Bundestagsstipendium in die USA

Über den großen Teich

Halten die deutsch-amerikanische Freundschaft hoch: Paul Thiel (links) wird für ein Jahr als Stipendiat des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) in die USA gehen. Der Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) wünscht sich, dass der 17-Jährige auch ein guter Botschafter für Deutschland wird. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Paul Thiel aus Bad Hersfeld hat viel vor: Die St.-Patricks-Day-Feiern hautnah erleben, einen Abstecher nach Kanada machen und –- natürlich – den „American way of life“ voll auskosten. Die Möglichkeit dazu hat er jetzt: Der 17-Jährige ist einer der 285 Stipendiaten des Deutschen Bundestages für einen Schüleraustausch mit den USA. Am 7. August bricht er auf nach Crestwood, Illinois – „nur 25 Minuten entfernt von Chicago“, wie Paul Thiel begeistert anmerkt.

„Die Stipendiaten werden immer an tolle Orte geschickt“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth. Bei der Vergabe seiner Stipendien arbeitet er mit der erfahrenen Austauschagentur „American Field Service“ (AFS) zusammen. Die kontrolliere auch die Gastfamilien, in denen die Jugendlichen ein Jahr leben, sehr genau.

Faszination Amerika

Schon immer sei er von Amerika fasziniert gewesen, erzählt der Schüler, der jüngst die Mittlere Reife an den Beruflichen Schulen Obersberg abgelegt hat. Bücher und Filme hätten sein Interesse geweckt. Als sein Stiefvater in der Zeitung vom Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) las, riet er Paul, sich zu melden.

Es folgte ein anspruchsvolles, vom AFS begleitetes Bewerbungsverfahren. Michael Roth hatte nach der Vorauswahl durch die Agentur die Qual der Wahl und musste sich zwischen sieben Kandidaten seines Wahlkreises entscheiden. Nachdem er mit allen Einzelgespräche geführt hatte, fiel die Wahl schließlich auf Paul.

Bei der Auswahl seiner Stipendiaten bemühe er sich um große Ausgewogenheit, berichtet Roth. „Bei meiner Entscheidung spielen weniger die Schulnoten, als vielmehr das soziale Engagement der Bewerber eine Rolle“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Zudem möchte er auch jungen Menschen die Möglichkeit auf ein Austauschjahr in den USA ermöglichen, die es sich sonst finanziell nicht leisten könnten.

Inzwischen hat Paul Thiel über die Austauschagentur und per E-Mail Kontakt zu seiner Gastfamilie aufgenommen. Er wohnt bei einer „sehr reisefreudigen“ Lehrerin. Deren drei Kinder seien zwar schon aus dem Haus, aber dafür gebe es zwei Hunde. „Einen Rottweiler und einen Weimeraner – eigentlich ziemlich deutsch“, sagt der Stipendiat und lacht.

Der 17-Jährige ist für die Reise über den großen Teich bestens gerüstet. In vielen Seminaren wurde er auf die Kultur und Geschichte Amerikas vorbereitet. Sollte es dennoch Probleme geben, springt Michael Roth ein. In den vergangenen Jahren sei das aber nie vorgekommen. „Ich wünsche mir, dass Paul als junger Botschafter einen kleinen Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Amerikanern leistet“, ergänzt Roth.

Von Emily Spanel

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