Shanty-Live 2010 in Bad Hersfeld - Chor der Marinekameradschaft als Gastgeber

Über alle sieben Meere

Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Bad Hersfeld war in diesem Jahr aus Anlass seines 90. Geburtstages Gastgeber von „Shanty-Live“. Vor 24 Jahren wurde diese Veranstaltung für hessische Shanty-Chöre in Alsfeld ins Leben gerufen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Ein rot-weißer Leuchtturm wies den Gästen den Weg. Auch eine Schiffsglocke und ein ohrenbetäubendes Nebelhorn sorgten in der überfüllten Stadthalle für maritime Atmosphäre. Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Bad Hersfeld war Ausrichter der 24. Veranstaltung von Shanty-Live, zu dem acht befreundete hessische Shanty-Chöre angereist sind.

„Mit frischem Wind zu neuen Ufern“ lautete das Motto der Veranstaltung, bei der zunächst der „Anker gelichtet“ und dann „Über alle sieben Meere geschippert“ wurde. Mit diesen Liedern enterten die Gastgeber zum Auftakt die Bühne. Volker Henning, der den vor 49 Jahren gegründeten Bad Hersfelder Shanty-Chor leitet, erwies sich außerdem als humorvoller und unterhaltsamer Moderator. Er begrüßte die gestandenen Seemänner aus Alsfeld, Römersberg-Treysa, Herborn, Wetzlar, Homberg-Borken, Fulda, Lich und Unterhaun und stellte sie dem Publikum vor.

Überraschung aus Unterhaun

Die Unterhauner, die ihren Shanty-Chor vor zwölf Jahren aus einer Faschingslaune heraus gegründet hatten, entpuppten sich als die Überraschung des Abends. Ihr gelungener Auftritt wurde stürmisch bejubelt, zumal sie den Shanty überhaupt, nämlich „Rolling Home“, in ihrem Programm hatten.

Die Wogen der Begeisterung schlugen auch hoch bei dem von Ursula Wittek geleiteten Shanty-Chor aus Römersberg-Treysa, der „Mit Volldampf nach Hause“ schipperte oder bei den Beiträgen der stimmgewaltigen Wetzlarer mit ihrem jungen Chorleiter Marko Zühlsdorf.

In den melancholischen Shantys wechseln sich die Sehnsucht nach der Ferne mit dem Heimweh nach Zuhause ab. Auch das raue Leben und die lustigen Erlebnisse der Fahrensleute, die Häfen und schönen Mädchen auf der ganzen Welt werden besungen. Oft übernimmt ein Shantyman den gesungenen Solopart. Damit begeisterten und rührten alle Sänger im besten Alter ihr Bad Hersfelder Publikum. Optisch überzeugten viele von ihnen als Bartträger und setzten mit den schlank machenden Fischerhemden modische Akzente.

Aber vor allem vermittelten sie ihre Verbundenheit mit der Seefahrt, wenn sie „La Paloma“, „Der Junge von St. Pauli“ oder „Wenn das Schifferklavier an Bord ertönt“ anstimmten.

Mit einem beeindruckenden Finale aller Chöre endete das dreistündige, anerkennend bis stürmisch beklatschte Programm. Diese Veranstaltung war ein erster Höhepunkt zum 90. Geburtstag der Marinekameradschaft von 1920 Bad Hersfeld in diesem Jahr. Der Vorsitzende, Hans-Heinrich Eichmann, freute sich besonders über den Besuch von Landesverbandsleiter Gerhard Geschwandtner und Martin Hofmann als Ehrenlandesverbandsleiter.

Bilder von der Veranstaltung

Shanty-Live 2010

Die weiteren in der ersten Reihe reservierten Ehrenplätze blieben leider unbesetzt. Vielleicht konnten die geladenen Gäste ihre Segel nicht setzen frei nach dem Liedbeitrag: „Uns fehlt der Wind“.

Von Gudrun Schmidl

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