B. Braun Melsungen schult internationale Mitarbeiter am Klinikum in Bad Hersfeld

Sie üben am Fleischstück

Otto Bergmann, Manager Global Training bei B. Braun (vorn), und Chefarzt Dr. Martin Grabenpeter (links) mit den internationalen Schulungsteilnehmern, die sich mit der regionalen Anästhesie vertraut machen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. An einem Stück Fleisch wird geübt, mit Hilfe eines Ultraschallgeräts wird der Weg der Kanüle zum Zielgebiet sichtbar. Mit der sogenannten regionalen Anästhesie, bei der während einer Operation der Schmerzweg nur an der betroffenen Stelle ausgeschaltet wird, haben sich jetzt internationale Schulungsteilnehmer der B. Braun Melsungen AG am Klinikum in Bad Hersfeld vertraut gemacht.

„Wir schulen regelmäßig Männer und Frauen aus aller Herren Länder“, berichtete Otto Bergmann, Manger Global Training und Marketing Services bei B. Braun. Diesmal waren Teilnehmer aus Indien, Burkina Faso und Marokko dabei. Schulungssprache ist Englich, untereinander wird aber auch Französisch gesprochen. Drei bis vier Mal im Jahr ist B. Braun für Schulungen am Klinikum zu Gast, um dort die zuvor erlernte Theorie in der Praxis zu erleben.

„Fragen halten frisch“

„Hier gibt es eine gute ICE-Anbindung“, so Bergmann. Zudem biete das Klinikum als Lehrkrankenhaus gute Voraussetzungen. Bei den Schulungsteilnehmern handelt es sich um Mitarbeiter von B. Braun sowie von Partnerunternehmen – Mediziner, Medizintechniker oder auch Apotheker. Das Klinikum profitiert von der Kooperation ebenfalls. „Unerwartete Fragen halten frisch und regen zum Nachdenken an“, erklärt Dr. Martin Grabenpeter, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Zudem sei das Klinikum so nah an der Produkentwicklung und könne Erfahrungen und Probleme benennen.

Die Regionalanästhesie sei schonender als eine Vollnarkose und habe weniger Nebenwirkungen, was gerade bei älteren Menschen von Vorteil sei. Außerdem hätten die Patienten nach der Operation weniger Schmerzen und könnten dank eines regionalen Schmerzkatethers schneller das Bett verlassen.

Möglich sind regionale Anästhesien beispielsweise bei Knie-OPs, aber auch bei gynäkologischen Eingriffen oder Eingriffen im Schulter- und Armbereich, wenngleich die auszuschaltenden Nerven dort schwerer zu finden seien als anderswo im Körper.

Nach der Übung mit dem Stück Fleisch durften sich die internationalen Gäste das Ganze dann auch live am Patienten ansehen.

Weitere Kooperation geplant

Für die Zukunft planen das Klinikum und B. Braun eine weitere Kooperation. So würde das Klinikum gerne die künstliche Intensivstation im Ausbildungszentrum der Melsunger Firma für Pharma- und Medizinbedarf nutzen.

Von Nadine Maaz

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