Beifall für Käthe Lachmann und ihr Kabarett-Programm im Bad Hersfelder Buchcafé

Der typische Haus- und Ehemann

Käthe Lachmann Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die Presse beschreibt die Hamburger Humoristin Käthe Lachmann schon seit Jahren als eine Grenzgängerin zwischen Kabarett und Comedy. Diese Grenze ist allerdings nicht genau definiert, denn wer weiß schon genau, wo Satire und intelligenter Humor aufhören und absurder Klamauk anfängt.

Macht ja auch nichts, Hauptsache ist doch: Die 41-jährige gebürtige Schwäbin ist auf der Bühne definitiv urkomisch.

Davon konnte sich das Bad Hersfelder Publikum am Samstagabend im Buchcafé rasch selbst überzeugen. In ihrem Soloprogramm mit dem Titel „Ich bin nur noch hier, weil du auf mir liegst“ behauptet die ehemalige Philosophiestudentin, dass sie die männliche Natur zu verstehen glaubt. „Männerversteherin“ Lachmann erklärt dem Publikum auf sehr unterhaltsame Weise geschlechtsspezifische Verhaltensmuster des „starken“ Geschlechts bei typischen Alltagssituationen wie etwa dem Wäschesortieren und -waschen.

Durch gezielte Befragung der männlichen Hälfte des Publikums im ausverkauften Veranstaltungssaal des Bad Hersfelder Buchcafés kreiert sie nach und nach ein – zugegeben doch ziemlich Mitleid erregendes – Bild vom typischen deutschen Haus- und Ehemann.

An den liebsten Rüdiger

Natürlich durfte auch in diesem Programm ihre Paraderolle, die aus diversen TV-Comedy-Auftritten weithin bekannte Synchron-Sprecherin Elke Schmidt, nicht fehlen. Elkes Gedichtvortrag an ihren liebsten Rüdiger sorgte dank Käthe Lachmanns einmaliger Aussprache und Betonung für begeisterten Applaus im Saal.

Bei einer gespielten TV-Talkshow schlüpft Käthe Lachmann gleich in mehrere skurrile Rollen. Als Moderatorin Tatjana, Medium Elisabeth, Magierin Geysine und als „halbnacktes junges Ding“ am Gesangsmikrofon spielte sie ihr komisches Talent voll aus.

Einer der Höhepunkte in ihrem zweistündigen Programm dürfte der höchst amüsante Auftritt der stummen Bauchrednerpuppe „Jimmy“ gewesen sein, welche dank der synchronen Übersetzung von Gebärdendolmetscherin Lachmann zum Publikum sprechen konnte.

Das am Samstagabend gespielte Programm wurde übrigens zum letzten Mal live aufgeführt, denn Käthe Lachmann übt zur Zeit ein neues Programm ein, das bereits im Oktober Premiere hat.

Das bestens unterhaltene Publikum belohnte diese urkomische Vorstellung mit langanhaltendem, tosendem Beifall und forderte lautstark mehr.

In ihrem ausgiebigen Zugabenteil spielte Käthe Lachmann dann ein weiteres Mal auf ihrer einzigartigen Nasengitarre und parodierte sehr treffend Männer, die öffentlich im Stehen urinieren.

Von Werner Rödiger

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