Helmut Blum und Wolfgang Nödler restaurierten Asbachs fast 120 Jahre altes Uhrwerk

Turmuhr in neuem Glanz

Läuft wie geschmiert: Pfarrer Simon Leinweber, Wolfgang Nödler und Helmut Blum (von links) begutachten das restaurierte Uhrwerk. Nödler und Blum haben die alte Uhr auf Vordermann gebracht. Wird sie angekurbelt, werden die Gewichte hochgezogen. Die Uhr läuft so lange, bis die Gewichte am Boden angekommen sind. Eine Glocke haben die beiden zur Demonstration extra angebaut. Immer einmal zur halben Stunde und jeweils zur vollen Stunde erklingt dann der Ton. Foto: Rössing

Asbach. Unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden haben Wolfgang Nödler und Helmut Blum aus Asbach in die Restaurierung des alten Kirchturmuhrwerks investiert. Das Uhrwerk stammt aus dem Jahr 1895 und wurde von der Firma Johann Friedrich Weule in Bockenem hergestellt.

„Es hat gut 82 Jahre lang den Asbachern treu die Uhrzeit angezeigt, bevor es 1978 durch eine elektrische Uhr ersetzt wurde“, erklärt Wolfgang Nödler. Abgebaut wurde die alte Uhr jedoch nicht, was vermutlich an ihrem hohen Gewicht von 270 Kilogramm und dem großen Arbeitsaufwand lag.

Denn als sich die zwei Hobbyrestauratoren im Mai dieses Jahres entschlossen, die Uhr in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, standen sie auch schon vor dem ersten Problem: Wie sollte sie transportiert werden?

Zwischenstopp in der Garage

Auf dem Dachboden der Asbacher Kirche zerlegten Nödler und Blum die Uhr dann in ihre Einzelteile und brachten sie in die Garage von Helmut Blum. Begonnen mit der Instandsetzung wurde dann im Juni.

„Die Uhr war schwer von Rost, Dreck und Staub angegriffen“, berichtet Nödler. „Beim Entrosten und Entfärben kam die ursprüngliche Farbe zum Vorschein: schwarz mit einer Goldeinfassung. Die haben wir jetzt beibehalten.“ Obwohl sie sich beide mit dem Tüfteln auskennen, mussten sie doch über die Funktion einiger Teile der Uhr rätseln. Durch Probieren und Internetrecherche aber entlockten sie dem Uhrwerk seine letzten Geheimnisse. Alle Originalteile der Uhr konnten gerettet werden, nur die Gewichte wurden ersetzt, da sie im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. „Die Uhr ist seit Anfang November fertig gestellt und läuft wie geschmiert“, freut sich Helmut Blum. Sie soll im Januar wieder zu ihrem ursprünglichen Standort zurück gebracht werden – in die Asbacher Kirche. Das elektrische Uhrwerk, das übrigens das Originalziffernblatt mit Zeigern antreibt, soll aber bleiben.

Uhrwerk wird ausgestellt

„Stattdessen wollen wir die Uhr für vier Wochen im Kirchenraum ausstellen“, sagt Pfarrer Simon Leinweber, der die Uhr schon vorab in der Garage präsentiert bekam. „An zwei Terminen wird die Uhr nach dem Gottesdienst von den Restauratoren vorgeführt. Besucher können Fragen stellen und sich ansehen, wie sie funktioniert.“ Auch weiterhin soll die Uhr die Kirche schmücken und nicht etwa ins Museum kommen: „Aus der Kirche kommt sie, und da soll sie auch wieder hin“, betont Helmut Blum. Zunächst muss aber noch ein geeigneter Platz in der doch etwas engen Kirche gefunden werden.

Termine für die Vorführung: Jeweils nach den Gottesdiensten am Sonntag, 25. Januar, um 10.30 Uhr und am Sonntag, 1. Februar, um 16 Uhr.

Von Sarah Rössing

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