Tunten-Affäre: Jusos kritisieren Geschäftsführer

Bad Hersfeld. Für viel Aufregung sorgt die Bad Hersfelder „Tunten-Affäre“ im Süd-Westen der Republik. Wie berichtet hat der Geschäftsführer der Jusos Mainz in Bad Hersfeld eine Nacht in der Ausnüchterungszelle verbracht, nachdem er angetrunken und im „Tunten-Fummel“ aus einer örtlichen Bar verwiesen worden war. Tobias Perlick, Vorsitzender der Jusos im Kreis Alzey-Worms und damit Mitglied der Jusos im Bezirk Rheinhessen, rügt jetzt öffentlich das Verhalten von Juso-Geschäftsführer Christian Bohne.

„Schmach für alle Jusos“

„Es ist gut, wenn man ein politisches Zeichen auch mal etwas provokanter in Szene setzt, um der Sache eine gewisse Aufmerksamkeit und Nachdruck zu schenken, doch hier wurde über das Ziel hinausgeschossen“, heißt es in einer Pressemeldung. „Dieses Verhalten ist eine Schmach für alle Jusos!“ Wer sich mit 1,45 Promille mit der Polizei anlege, könne nicht mehr ganz bei Sinnen sein. Vor allem empöre ihn, dass Bohne nun sogar der Polizei mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde drohe.

„Peinlich berührt“

Auch andere Homosexuelle fühlten sich peinlich berührt und möchten nicht „von einer wildgewordenen Tunte repräsentiert werden“. Mit dieser Aktion zieht man das Problem der Homophobie noch weiter ins Lächerliche und erzielt somit eher eine gegenteilige Wirkung. Perlick fordert Bohne daher auf, sich öffentlich zu entschuldigen. (kai)

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