Abwrackprämie wird die miese Quote bald schönen

TÜV-Report: Jedes fünfte Auto mangelhaft

Hersfeld-Rotenburg. Verrostete Achsen, defekte Bremsen – die Liste der Defekte, die die Prüfer bei den Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen feststellen, ist lang. Was der TÜV-Report bundesweit offenbart, zeigt sich auch auf den Prüfständen in Bad Hersfeld: Immer mehr Autos haben Mängel.

So stieg in diesem Jahr in der Region Hersfeld-Rotenburg die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Schäden, die bei der Hauptuntersuchung des TÜV durchfielen, um einen Prozentpunkt auf 17 an. Bundesweit liegt die Quote bei 17,6 Prozent. „Es ist augenscheinlich, dass viele Kraftfahrer Reparaturen aufschieben, da sie wenig Geld zur Verfügung haben“, sagt Marc Lorenz, Vertriebsmanager des TÜV in Bad Hersfeld. In Zeiten der Wirtschaftskrise werde eben an allen Ecken und Enden gespart.

Beim TÜV in Bad Hersfeld werden jährlich zwischen 3000 und 3500 Fahrzeuge kontrolliert. Diese Zahl werde laut Lorenz in den kommenden zwei Jahren sinken. Schließlich hat die Abwrackprämie dafür gesorgt, dass in 2009 etwa zwei Millionen Altfahrzeuge verschrottet und durch Jahres- oder Neufahrzeuge ersetzt wurden.

„Die Neufahrzeuge müssen erst nach drei Jahren zur Hauptuntersuchung, Jahreswagen nach zwei Jahren. Die Abwrackprämie wird sich daher zunächst auch negativ auf unseren Umsatz auswirken“, erklärt der Mann vom TÜV.

In spätestens zwei Jahren haben die Kontrolleure dann aber wieder alle Hände voll zu tun. Jedoch dürfte die Mängelquote zurückgehen.

Obwohl im vergangenen Jahr fast jedes fünfte Auto im ersten Anlauf beim TÜV in Bad Hersfeld durchfiel, war nur ein Lastwagen darunter, der für immer aus dem Verkehr gezogen werden musste. Der rollende Schrott aus Fulda, wie es die Polizei formulierte, wurde Ende Oktober 2009 auf der Autobahn aus dem Verkehr gezogen und der Schrottpresse zugeführt. Zum Tage

Von Mario Reymond

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