Bad Hersfelder Jugendfeuerwehr informiert bei Jubiläumsfeier über Brandschutz

Die Türen müssen zu sein

Ganz schön verraucht: Sind die Türen offen, verbreitet sich das Brandgas sehr viel schneller. Gut, dass die jungen Brandschützer Kevin Rzeczewsky, Philipp Grafe, Moritz Meckbach, Baris Cokgenc, Felix Eckhardt und Jonas Orf wissen, was zu tun ist. Foto: Becker

Bad Hersfeld. Nach sechs Jahren bei der Jugendfeuerwehr Bad Hersfeld weiß Jonas Orf genau: Mit dem Rauch ist es so eine Sache. Schneller und leiser als Feuer und beladen mit jeder Menge giftiger Substanzen überrascht er seine Opfer meist heimtückisch im Schlaf, bereits das Einatmen von nur einer Lungenfüllung Brandrauch kann tödlich sein. Auch Jonas’ Freund Felix Eckhardt kennt die Gefahren des Brandgases: Wer 700 Kilo Holz im Keller lagert, muss damit rechnen, dass im Brandfall innerhalb von sechs Minuten das gesamte Haus vollkommen verraucht ist, achtzig Prozent aller Brandopfer sterben infolge einer Rauchvergiftung.

Grund genug für die beiden, die Jubiläumsfeier in der City Galerie anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr zu nutzen und die Bad Hersfelder Bevölkerung gemeinsam mit weiteren jungen Brandschützern umfassend über das Thema zu informieren. Das richtige Verhalten im Brandfall trägt Felix einprägsam und unmissverständlich vor: in Sicherheit bringen, Mitmenschen warnen, Notruf betätigen - und vor allem: die Türen schließen. „Wenn die Türen offen bleiben, kann der Rauch sich viel schneller verbreiten und die Feuerwehr hat größere Schwierigkeiten, die Brandursache zu finden“, erklärt er routiniert. Zur Veranschaulichung haben die jungen Experten das Modell eines Hauses mitgebracht, mit dem sich die Ausbreitung von Rauch bei geschlossenen und geöffneten Türen darstellen lässt.

Jugendfeuerwehrwart Roland Rüger ist sichtlich stolz auf seine Schützlinge. Ganze fünfzig sind es mittlerweile, zu Beginn seiner Dienstzeit waren es nur zehn. Ein beachtlicher Zuwachs, findet auch Bürgermeister Thomas Fehling: „Glücklicherweise hat unsere Feuerwehr keine Nachwuchssorgen – das spricht für ihre gute Nachwuchsarbeit“, meint er. Besonders gut heißt Fehling den Frauenanteil in der Bad Hersfelder Jugendfeuerwehr: „Zehn Mädchen – eine tolle Quote!“.

Der Zulauf kommt nicht von ungefähr: Drei Treffen pro Woche, Teilnahmen an Wettkämpfen und Zeltlagern, Besuche von Freizeitparks und die Möglichkeit, feuerwehrtechnisch ausgebildet zu werden, das alles spricht junge Leute an. Und dann ist da auch noch diese gewisse Faszination der Ausstattung einer Feuerwehr: „Als ich vor einigen Jahren beigetreten bin, hab ich dabei vor allem an die tollen, roten Autos gedacht“, erzählt Philipp Grafe lachend. Genau wie seine Freunde begeistern den Jugendlichen mittlerweile jedoch noch viel mehr Dinge an der Feuerwehrarbeit, besonders stolz sind sie auf die vielen Teilnahmen am Landesentscheid.

Beruflich wollen die meisten später jedoch lieber eine andere Laufbahn einschlagen. Jonas Orf möchte studieren, der Feuerwehr will er aber weiterhin als Freiwilliger treu bleiben. „Schließlich sind auch unsere Väter fast alle dabei, das hat schon eine gewisse Tradition“, meint er. Bei so viel motiviertem Nachwuchs kann sich der Brandrauch in Bad Hersfeld auf einiges gefasst machen – vor allem, wenn die Hersfelder sich die Ratschläge der Jugendfeuerwehr zu Herzen nehmen und das Türenschließen nicht vergessen.

Von Hannah Becker

Kommentare