Das Lullusfest ist vorbei – Schausteller beginnen mit dem Abbau ihrer Geschäfte

Tschüss, bis nächstes Jahr

In luftigen Höhen über dem Marktplatz: Ein unerschrockener Arbeiter befestigt ein Schienenstück der Achterbahn „Wilde Maus“ an einem speziellen Lastenseil. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Mach’s gut, Bruder Lolls! Das Lullusfeuer ist gelöscht, und Bad Hersfeld versucht, nach einer turbulenten Lolls-Woche wieder in den Alltag zurückzufinden. Schausteller und Gastronomen aber können sich keine Atempause erlauben: Für sie geht die Arbeit jetzt erst richtig los.

Hektischer Betrieb

Bestimmte noch am Wochenende ausgelassener Festtrubel das Stadtbild, schallen am Dienstag nur noch knappe Anweisungen über den Marktplatz. Schließlich wollen die Fahrgeschäfte zügig abmontiert, verpackt und in Lastfahrzeuge verladen werden. An der „Wilden Maus“ klettert gar ein wagemutiger Helfer gut gesichert am Gerüst empor, um jedes Schienenteil einzeln an einem speziellen Hebekran zu befestigen. Ängstliche Naturen haben bei so einem Spektakel eben keinen Platz, und Zeit zu verlieren hat auch niemand: „Dass die Fahrgeschäftsbetreiber nach einem Großereignis wie dem Lullusfest in die Winterpause gehen, ist ein Ammenmärchen“, sagt Richard Krolzig vom Riesenrad „Bellevue“. „Wir bauen drei Tage lang mit einem Team von 14 Männern ab. Zusätzlich haben wir noch Kraftfahrer angestellt, um die Einzelteile in den Europa-Park Rust zu transportieren.“

Deutlich schneller will Maximilian Hans Müller seine Schießbude „Goldener Westen“ transportfähig machen: „Wir wollen in fünf Stunden fertig sein. Dann geht es weiter nach Münster.“ Kein Schausteller könne es sich leisten, auf das lukrative Weihnachtsgeschäft zu verzichten. „Eine Pause machen wir erst im Januar.“

Wohin mit den Waren?

Mit einem zusätzlichen Problem sehen sich die Gastronomen konfrontiert. Denn wohin mit all den übrig gebliebenen Bratwürsten, Schokofrüchten und gebrannten Mandeln? „Wir kalkulieren schon im Vorfeld sehr eng“, erklärt Marco Beinhorn von der Reisegastronomie „Circus Circus“. „Nicht verkaufte Fleischwaren gehen ordnungsgemäß verpackt wieder in den freien Handel.“

Haltbare Produkte wie gebrannte Mandeln würden auf dem nächsten Jahrmarkt nochmal angeboten, und verderbliche Waren landeten im Müll.

Verkehrschaos

Je weiter der Tag voranschreitet, desto mehr Lkw rollen über den Marktplatz. Ein richtiges Chaos entsteht, denn nicht immer ist die Vorfahrtssituation zwischen ankommenden und abfahrenden Fahrzeugen klar geregelt. Während die Rufe der Arbeiter immer lauter werden, wird klar: Mit dem Lolls-Feuer ist auch die Feststimmung erloschen. Aber ein Trost bleibt – in 354 Tagen ist wieder Lolls.

Von Emily Spanel

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