Einbußen vor allem beim Grünland – Sinkende Getreidepreise

Trotz Trockenheit: Ernte besser als gedacht

Die Qualität stimmt: Auf dem Hof der Familie Schäfer begutachten (von links) Sohn Clemens Schäfer, Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Anke Roß, Schwiegervater Erhard Heimroth, Mitarbeiter Jonathan Kallies, Landwirt Norbert Krause und Hofinhaber Jörg Schäfer die Getreideernte. Foto: Eisenberg

Hersfeld-Rotenburg. Trotz des trockenen Sommers ist die Ernte im Landkreis besser ausgefallen, als erwartet. Das berichtete der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Friedhelm Diegel, beim Erntegespräch mit unserer Zeitung im Alheimer Ortsteil Niedergude.

Einbußen gebe es vor allem beim Grünland: Hier sei ein kompletter Schnitt weggefallen, teilweise fehle die Hälfte der Erntemenge. Zusätzlich habe eine Mäuseplage den Wurzeln zugesetzt, ergänzt Landwirt Jörg Schäfer aus Niedergude. Den Rinderhaltern mangele es dadurch an Futter. „Bei der Getreideernte sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, meint Schäfer. „Ich bin überrascht, wie gut die Pflanzen mit den Bedingungen klargekommen sind“, findet auch Friedhelm Diegel. Eine mögliche Erklärung seinen die relativ niedrigen Temperaturen im Mai und Juni.

„Die ohnehin weniger ertragreichen Hanglagen haben mehr gelitten, als die Auen“, erklärt Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Anke Roß. Für das Ernten selbst sei die anhaltende Trockenheit sogar von Vorteil gewesen. Dadurch konnten die Bauern ihre Felder zügig und ohne Qualitätseinbußen abernten.

Nachdem sich abgezeichnet habe, dass die Erntemengen größer als befürchtet ausfallen, seien auch die Getreidepreise gefallen, beklagt Friedhelm Diegel. Das treffe vor allem die reinen Ackerbaubetriebe, die vom Verkauf des Getreides leben müssen.

Niedrigere Erträge erwarten die Landwirte auch bei der noch bevorstehenden Maisernte. Die Pflanzen seien den Umständen entsprechend gut gewachsen, obwohl es zur Aussaat bereits sehr trocken gewesen sei, erklärt der Vorsitzende. Selbst einsetzender Regen komme für die Pflanzen wohl zu spät, um fehlende Blattmasse noch bilden zu können, befürchtet Jörg Schäfers Mitarbeiter Jonathan Kallies.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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