Pilotprojekt läuft seit sechs Monaten – zurzeit 500 Teilnehmer

Trotz Leerfahrten: NVV mit Mobilfalt zufrieden

Hersfeld-Rotenburg. Ein halbes Jahr nach dem Start des Mobilfalt-Projekts zieht der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) eine positive Zwischenbilanz. „Die Zahlen sind ermutigend“, sagt NVV-Geschäftsführer Wolfgang Dippel. Etwa 90 Fahrer und 420 Mitfahrer nehmen zurzeit in den drei Modellregionen  Nentershausen/Sontra/Herleshausen, Witzenhausen und Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) teil. Das Pilotprojekt ist bundesweit einmalig.

Mit dem Mobilfalt-Angebot sollen Menschen im ländlichen Raum besser von A nach B kommen. Dafür wurde der Fahrplan des NVV um Fahrten erweitert, die von Privatleuten übernommen werden. Pro Kilometer erhalten sie 30 Cent. Etwa 1300 Fahrten gab es in den ersten sechs Monaten, das Angebot ist aber um ein Vielfaches größer. Jeder kann seine regelmäßigen oder unregelmäßigen Fahrten anbieten. Wer registriert ist, kann eine Fahrt per Telefon anfordern.

Groß war die Resonanz zum Start im April: 200 Teilnehmer meldeten sich im ersten Monat an. Dass die Zahl der Neuregistrierungen seitdem sinkt und viele Fahrtangebote nicht genutzt werden, führt NVV-Sprecher Steffen Müller nicht auf mangelndes Interesse zurück. „Am Anfang waren alle begeistert. Jetzt müssen die Menschen das System erst mal länger testen.“ Nur etwa zehn Prozent der Fahrten wurden bisher von Privatleuten übernommen. Findet sich niemand, werden Taxis eingesetzt. Pro Woche kosten die Mobilfalt-Fahrten den NVV etwa 1000 Euro, seit April belaufen sich die Kosten auf 20 000 Euro. „Das liegt im Budget“, betont Müller. Vom Land gibt es eine Million Euro Zuschuss für das Projekt.

Mit Werbung an Tankstellen, in Gemeindeblättern und über das private Netzwerk der Teilnehmer versuche der NVV, noch mehr Menschen zu motivieren. Ziel sei es, bis Ende 2014 die Zahl der Privatfahrten auf 30 Prozent zu erhöhen. Hintergrund, ZUM TAGE,

Von Julia Schwekendiek

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