Steinbacher Bäcker Miosga geriet in Notlage

Trotz Insolvenz: „Wir packen das“

Bäckermeister Thomas Miosga. Foto: nh

Steinbach/Asbach. Seine Brotbackkunst ist bekannt gut, doch das reichte wohl nicht: Der Steinbacher Bäckermeister und Konditor Thomas Miosga (50), der auch in Asbach eine Filiale betreibt, hat für seinen Betrieb Insolvenz angemeldet – und hofft auf einen Neuanfang.

Betroffen von der Zahlungsunfähigkeit sind 35 Mitarbeiter, davon fünf Vollzeitkräfte. Sie erhielten bereits ihre Löhne von Oktober bis Dezember von der Agentur für Arbeit Fulda. Seit Januar zahlt Miosga wieder aus eigener Tasche. Der Betrieb läuft trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen auch in Zukunft ohne Unterbrechung weiter, verspricht der 50-Jährige. „Dass wir den Backofen zum 31. Januar abstellen, ist nur ein Gerücht.“

Antrag im November gestellt

Miosga hatte den Antrag am 17. November selbst gestellt – zwei Tage, nachdem seine Angestellten die gefüllten Lohntüten hätten erhalten müssen. Doch die Summe konnte Miosga nicht mehr stemmen. Während die Mitarbeiter also vorerst ihr Geld erhalten, ist unklar, auf welche Höhe sich die Forderungen der Gläubiger belaufen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Schafft von der Kasseler Kanzlei Westhelle & Partner weist darauf hin, dass noch bis 10. Februar Ansprüche geltend gemacht werden können. Erst danach könne man Genaueres sagen.

Am 24. Februar kommt es dann im Amtsgericht Fulda zu einem wichtigen Termin. Denn Thomas Miosga strebt eine sogenannte Planinsolvenz an. Dabei müssen die Gläubiger zwar auf Forderungen verzichten, weil die Firma aber weiter arbeitet, besteht die Hoffnung, dass die Ausfälle nicht so hoch sind wie bei einer klassischen Insolvenz. Und Thomas Miosga kann weiter Chef bleiben und seinen Betrieb weiter führen. Bis eine Entschuldung vereinbart ist, vergehen mindestens drei Monate, sagt Schafft.

Die Bäckerei hatte zu besten Zeiten mehr als 50 Mitarbeiter und elf Filialen; jetzt sind es noch vier in Rasdorf, Asbach, Mackenzell und das Stammgeschäft in Steinbach. Außerdem werden die Backwaren mit zwei rollenden Verkaufsstellen an den Mann gebracht.

Hohe Mitarbeiterzahl

Miosga führt als Gründe für die wirtschaftliche Notlage die zeitweise hohe Zahl an Mitarbeitern und sein Einzelkämpfertum an. „Ich musste mich um Betrieb, Filialen und Büro alleine kümmern. Als ich eine Bürokraft eingestellt habe, war es schon zu spät.“ Einen weiteren Schlag habe ihm die Kündigung der Filiale im Rewe-Markt in Burghaun zum Juli 2011 versetzt. Dadurch habe er viel Umsatz verloren. Zu der Kündigung sei es gekommen, weil er Probleme mit der Mietzahlung bekommen habe, räumt Miosga ein.

Dem Bäckermeister und Konditor ist der Schritt in die Insolvenz nicht leicht gefallen: „Ich musste mich überwinden, aber wenn die Planinsolvenz gelingt, dann packen wir das“, gibt er sich zuversichtlich. Ihm stehe jetzt ein Betriebsberater zur Seite, der ein schlüssiges Konzept erarbeitet habe: „Das läuft gut.“

Von Alexander Gies

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