Kinder sammelten Spenden für „Lädchen“ am Eichhof - Markt machte dennoch dicht

Trotz Einsatz geschlossen

Das „Lädchen“ am Eichhof hat geschlossen: Noch vor kurzem übergaben Sarah van Norman (links) und Elias Schmidt (rechts) Waltraud Nölke und Sandra Meyer eine neue Mikrowelle als Ergebnis ihrer Spendensammlung, doch das hat nichts mehr genützt. Foto: nh

Bad Hersfeld. Das tegut-Lädchen in der Eichhofsiedlung ist seit Mitte August geschlossen. Erst im Mai hatte die Nick gGmbH aus Schotten den Einkaufsmarkt von dem Verein „Die Brücke“ übernommen (die HZ berichtete). Die Verantwortlichen der Nick GmbH waren wegen Urlaubszeiten für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bis zuletzt hatten sich die Eichhöfer engagiert.

Das „Lädchen für alles“ retten wollten auch Elias Schmidt (zwölf Jahre) aus der Eichhofsiedlung und Sarah van Norman (elf Jahre) aus Asbach. Ihnen ist der Markt so wichtig, dass sie in Eigenregie Spenden sammelten. „Wir haben davon gehört, dass der Laden geschlossen werden sollte. Da mussten wir etwas tun!“, erklärt Elias Schmidt.

Kreative Ideen

Die Verkäuferinnen seien sehr nett gewesen und den Kindern sei es leicht gefallen, dort alleine einzukaufen. Um Geld zu bekommen, pflückten sie Holunder, kochten mit Hilfe ihrer Mütter daraus Marmelade und buken Nussecken. „Wir sind damit in der Eichhofsiedlung von Haus zu Haus gegangen. Am Ende waren alle verkauft“, berichtet Elias. „Auch bei Regen sind wir losgezogen“, ergänzt Sarah. Auf der Aral-Tankstelle und im Norma-Markt in Asbach fragten die engagierten Schüler ebenfalls nach Spenden und sprachen Passanten an.

„Insgesamt haben wir 52,60 Euro gesammelt“, erinnern sich die Kinder. Davon konnte eine neue Mikrowelle angeschafft werden. Der Laden bot neben Lebensmitteln auch warme Speisen und Snacks an, die durch die großzügige Spende der Kinder wieder serviert werden konnten. Doch drei Tage nach der Übergabe der Mikrowelle ließ der Betreiber die endgültige Schließung des Ladens verkünden. „Die Kinder waren sehr enttäuscht“, berichtet Heike Schmidt, die Mutter von Elias. Obwohl der Laden bereits seit einigen Wochen geschlossen ist, besteht Hoffnung: „Die Menschen am Eichhof haben ein paar Ideen. Zunächst suchen wir nach einem engagierten und zuverlässigen Betreiber für den Laden.“, erklärt Heike Schmidt. Besonders Senioren, die nicht mobil sind, würden sich über das zusätzliche Angebot freuen.

Viele eifrige Helfer

Neben vielen freiwilligen Helfern, wollen auch Sarah und Elias etwas beisteuern, falls ein neuer Betreiber für den Markt gefunden wird: „Ich würde Samstags im Laden helfen“, sagt Elias. Die beiden zeigen sich optimistisch: „Das schaffen wir schon!“, sagen sie.

Von Sarah Rössing

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