Trommeln für die Region

Kai A. Struthoff

Ein bisschen Frieden“ hätte man sich gewünscht für dieses Grand-Prix-Wochenende, doch stattdessen endete die Woche mit einem Schrecken. Offenbar steht das Staatliche Schulamt in Bebra nun doch auf der Streichliste von Kultusministerin Henzler. Der Protest aus dem Kreis kam sofort und geharnischt. Sogar unser sonst eher zurückhaltender Landrat fand klare Worte und nannte die mögliche Schließung eine „Sauerei“ – Recht hat er. Es ist gut, dass die Region in ihrem Protest jetzt den Schulterschluss probt. Das Signal ist klar: So geht es nicht weiter, Wiesbaden!

Dabei hatte die Woche so gut begonnen. Am Dienstag waren in Bad Hersfeld die Verleger und Chefredakteure der hessischen Zeitungen zusammengetroffen. Das an sich muss uns noch nicht in Verzückung versetzen. Aber die Stadt hat es clever verstanden, die beiden Leuchttürme der Region ordentlich strahlen zu lassen. Das „Wortreich“ und die Festspiele präsentierten sich dem illustren Kreis der publizistischen Mulitplikatoren von FAZ, FR oder FFH und machten mächtig Werbung für die Pfunde, mit denen wir wuchern können. Ich musste ein wenig schmunzeln ob der erstaunten Begeisterung, die die Kollegen aus den Ballungsräumen für unsere kleine Stadt zeigten. „Wir wussten ja gar nicht, wie schön es hier ist, diese tolle Stiftsruine, und es dauert ja auch gar nicht lange aus dem Rhein-Main-Gebiet.“ Ja, ja!

Genauso ging es mir damals auch, als ich zum ersten Mal hierher kam. Denn leider sind die Attraktionen unseres Kreises noch viel zu wenig bekannt. Deshalb sind Veranstaltungen wie das Verlegertreffen so wichtig. Wir müssen überall und gemeinsam die Werbetrommel für unsere schöne Region rühren. Denn auch Rotenburg, das Werratal oder das Rotkäppchenland haben viel zu bieten. Die Leute müssen nur davon erfahren.

Das wohl ambitionierteste Projekt der Region, das „Wortreich“ in Bad Hersfeld, nimmt immer mehr Gestalt an. Die schöne, alte Fabrikhalle strahlt in neuem Glanz. Inzwischen ist auch der Estrich gegossen worden, und bald kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Der Countdown im Schilde-Park läuft. Der Zeitplan ist eng. Aber die Begeisterung, mit der die Macher von Petri & Tiemann bei der Sache sind, ist ansteckend. Zugegeben, ich bin etwas parteiisch, denn ich war schon immer ein großer Fan des Bremer Universums derselben Ausstellungsmacher.

Deshalb freue ich mich auf den Herbst, wenn dann auch diese neue Trommel „wortreich“ für die Region spricht.

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