Regen schafft kaum Linderung – Verursacher immer Menschen

Trockenheit verschärft die Waldbrandgefahr

Hersfeld-Rotenburg. Der Waldbrand in Ronshausen in der vergangenen Woche hat gezeigt, wie schnell es gehen kann: Durch die anhaltende Hitze sind Äste und Nadeln trocken und können derzeit schnell entflammen. Die Forstämter fordern dazu auf, sich im Wald vernünftig zu verhalten - siehe Hintergrund.

Waldbrände entstehen fast ausschließlich durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung, sagt Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten. Im Gegensatz zu einem Heuhaufen etwa könne sich ein Wald nicht von selbst entzünden.

Das Gefährliche bei Waldbränden: Sie bleiben leicht unentdeckt, weil es kaum Rauch gibt. „Vielmehr glimmt und kokelt es vor sich hin. Bis das an abgelegenen Orten jemand bemerkt, kann es dauern“, sagt Weingarten. In Ronshausen hätte es eine Katastrophe geben können – weil der Waldbrand früh entdeckt und beherzt eingegriffen wurde, verlief er relativ glimpflich.

Auch Felder betroffen

Auch Böschungen und abgeerntete Felder sind in den letzten Wochen in Brand geraten. Leichte Regenfälle ändern nichts an der Brandgefahr, sagt Karlheinz Schlott vom Forstamt Rotenburg. Dazu sei die Wassermenge zu gering – schnell sorgen Hitze und Wind wieder für trockene Nadeln, Äste und Bäume. Im Landkreis arbeitet man mit zwei Warnstufen. Warnstufe eins bedeutet hohe Gefahr, zwei eine sehr hohe Gefahr. Bis vor kurzem galt eine hohe Gefahr, derzeit ist die Lage ein wenig entspannter.

Mit 52 Prozent hat Wald den größten Flächenanteil. Das macht Waldhessen grün und lebenswert – allerdings in diesen Tagen auch anfällig für Waldbrände. Durch Mischwälder versuchen die Forstämter, diese Gefahr zu verringern. So besteht der Wald im Landkreis ungefähr aus je einem Drittel Buchen, Fichten und Kiefern, sagt Sebastian Keidel vom Forstamt Bad Hersfeld. HINTERGRUND Zum Tage

Von Philipp David Pries

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