Nur ein Liter Regen im November – Genügend Trinkwasser

So trocken wie noch nie: Quellen lassen nach

Hersfeld-Rotenburg. So trocken und so mild war noch kein November, seitdem es eine geordnete Aufzeichnung von Wetterdaten gibt.

Nach Angaben von Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW), die ihren Sitz im Rotenburger Rathaus hat, fielen bis gestern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg durchschnittlich nur 900 Millimeter Regen auf den Quadratmeter. Das ist Indikator einer Entwicklung, die sich in unserer Region schon seit zwei Jahren abzeichnet. Die Trockenheit gibt aber momentan keinen Grund zur Angst um die Trinkwasserversorgung, wie Peter Sobisch, der Geschäftsführer der Bad Hersfelder Stadtwerke, versichert. Zwar sei der Grundwasserspiegel gesunken, aber nicht in gravierendem Maße. In den Tiefbrunnen, die bis zu 120 Meter in den Untergrund hineinreichen, habe man nicht einmal die Pumpenköpfe tiefer hängen müssen, sagt Sobisch. „Von Notstand kann keine Rede sein.“

Deutlich spürbar ist die Trockenheit in Schenklengsfeld. Wassermeister Christian Seidel hat beobachtet, dass die Schüttung der Oberflächenquellen, die sonst 15 bis 16 Kubikmeter pro Stunde liefern, momentan auf zwei bis drei Kubikmeter abgesunken ist. „Ist ja auch kein Wunder, seit Februar war ja nix mit Regen“, sagt Seidel. Der Brunnen bei Erdmannrode liefert gerade noch zehn statt regulär 24 Kubikmeter pro Stunde. Die Gemeinde ist durch zwei Tiefbrunnen aber immer noch auf der sicheren Seite.

Auf kräftigen Regen wartet auch der Ludwigsauer Bürgermeister Thomas Baumann. In den kommunalen Kläranlagen steigt wegen des Regenmangels die Schmutzfracht. In Sorge um den Pflanzenschutz bei Winterraps, Trittikale, Roggen, Gerste und Weizen ist Landwirtschaftsberater Berater Karl-Heinz Clauss aus Bebra-Solz. Er fürchtet, dass der Unkrautschutz an der Trockenheit des Bodens scheitert.

ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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