Flüssigkeitsmangel führt vor allem bei Hitze zu gesundheitlichen Problemen

Trinken, trinken, trinken

Bad Hersfeld. Endlich Sommer – und dann gleich so heftig. Das schwülheiße Wetter der vergangenen Tage sorgt zwar für volle Schwimmbäder, macht aber vielen Menschen gesundheitlich zu schaffen.

Durstgefühl lässt nach

„Gerade ältere Menschen sind bei dieser Wetterlage besonders gefährdet“, sagt der Bad Hersfelder Internist Dr. Thomas Handke. Hauptproblem: Sie trinken zu wenig. Bei älteren Menschen lasse das Durstgefühl oft nach, erläutert der Mediziner. Wer ohnehin zu wenig trinke, könne dann bei dieser Hitze schnell austrocknen.

Die Folge: Kreislaufprobleme und Verwirrtsein. „Ich musste schon einige meiner Patienten ins Elisabeth-Krankenhaus einweisen“, sagt der Mediziner.

Mehr Patienten als sonst

Auch im Klinikum Bad Hersfeld wurden in den vergangenen Tagen mehr Patienten als sonst mit Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsmangel eingeliefert, erklärt der Arzt Andreas Alles. „Das waren vor allem ältere Leute, die weniger Durstgefühl haben“, sagt er.

Dramatisch wirkte sich das heiße Wetter bisher jedoch nicht aus. „Wir hatten keine signifikante Erhöhung der Einsätze im Rettungsdienst“, sagt Rettungsdienstleiter Arno Hagedorn vom DRK Bad Hersfeld. Dass in den vergangenen Tagen häufiger Alarm im Stadtgebiet zu hören war, erklärt er mit einer größeren Zahl an Unfällen: „Das ist immer ein Auf und Ab.“

Um gesundheitliche Probleme bei heißem Wetter zu vermeiden gibt Dr. Thomas Handke eine Reihe von Tipps.

• „Vor allem ist es wichtig, ausreichend zu trinken“, sagt der Mediziner. Auch bei Säuglingen und Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen müsse darauf geachtet werden, dass sie viel trinken, betont Handke.

Er empfiehlt Erwachsenen zusätzlich zu den ohnehin angeratenen zwei Litern Flüssigkeit am Tag, mindestens einen weiteren Liter zu sich zu nehmen. Wer nicht von seinem Durstgefühl von selbst ans Trinken erinnert wird, sollte sich, so Handke, einen schriftlichen Trinkplan aufstellen und die getrunkenen Mengen abstreichen.

• Nicht in der direkten Sonne aufhalten.

• Im Freien eine ausreichende Kopfbedeckung tragen.

• Kühlende Umschläge an Handgelenken oder Waden.

• Im Haus die Zimmer abdunkeln, wie in südlichen Ländern, auch wenn sie nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

• Auf größere Aktivitäten im Freien verzichten, wenn es möglich ist. „Ich würde jetzt nicht für den Lollslauf trainieren“, sagt Handke. Wer draußen körperlich arbeiten muss, sollte seine Trinkmenge steigern.

• Nachts das Schlafzimmer gut belüften und nicht unter dicken Decken schlafen. „Zum Zudecken reicht oft ein Bettlaken oder ein leerer Bettbezug“, empfiehlt Handke.

• Auf luftige Kleidung achten, vor allem bei Babys, Kleinkindern und alten Menschen. Sonst droht ein Hitzestau.

• Ein plötzlicher Gewichtsverlust kann auf Flüssigkeitsmangel hindeuten.

Von Christine Zacharias

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