In den Freibädern im Kreis herrscht meist gähnende Leere – Sonne fehlt überall

Nur die Treuen kommen

Das große Becken im Waldschwimmbad ist leer. Da lässt sich Schwimmmeister Harald Grau schon mal zu einem symbolträchtigen Bild überreden. Der Regen hält die Badegäste fern. Foto: Schäfer-Marg

Hersfeld-Rotenburg. Harald Grau, Schwimmmeister in Rotenburg, blickt auf das gähnend leere Becken im Freibad. „Mir tun vor allem die Kinder leid“, sagt er. Denn die haben Ferien und können bei den aktuell niedrigen Temperaturen und dem Regenwetter das idyllisch gelegene Bad nicht nutzen.

Einzig die Frühschwimmer sind treue Gäste, die kommen bei jedem Wetter, ziehen ihre Bahnen im immerhin 24 Grad warmen Wasser, huschen dann unter die Dusche und starten in den Tag. Gegen 17 Uhr kommen die Spätschwimmer: Vereine wie DLRG und Neptun sowie Berufstätige, die sich fit halten oder entspannen wollen. Dazwischen verirrt sich kaum mal einer ins Freibad. Die städtischen Bediensteten nutzen die Zeit, indem sie die Anlage pflegen.

Die Ersten kommen um 6

Wie in Rotenburg sieht es auch in anderen Freibädern aus. Sonne und Wärme fehlen überall. Auch das Geistalbad in Bad Hersfeld wird fast ausschließlich von den treuen Frühschwimmern frequentiert, von denen die ersten schon um 6 Uhr ins Becken springen, weiß Peter Sobisch, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Immerhin 220 Leute nutzen das Frühschwimmerangebot in Bad Hersfeld.

Treue Badegäste hat auch Schwimmmeistergehilfe Reinhold Jeppe im Badepark Ronshausen. Eine Gruppe von Frauen kommt jeden Morgen zum Schwimmen. Aber danach? „In der vergangenen Woche hatten wir durchschnittlich 20 Leute am Tag“, sagt Jeppe. Er kann und muss das Bad bei schlechter Witterung vorzeitig schließen – diese Möglichkeit haben viele seiner Kollegen im Kreis.

Von Silke Schäfer-Marg

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