Am Tresor: Markus Majowski versucht sich für das Stück „Der Kredit“ als Banker

Rudolf Krause und Markus Majowski geben Kostproben von dem Stück „Der Kredit“, welches ab 11. August läuft. Oben zu sehen vor einem historischen Tresor im Sparkassenmuseum. Links sehr zur Freude einer Mitarbeiterin der Sparkasse. Foto: Morrison

Bad Hersfeld. „Ich hätte auch in Badehose kommen können ich dachte, ich spiele Dagobert Duck?" Wenn Markus Majowski in Fahrt kommt, dürfen alle im Raum lachen. Auch sein Schauspiel Kollege Rudolf Krause schmunzelt, während die beiden gelassen für die Presse posieren und ihre Späße treiben.

Passend zum Thema ihres Stücks, welches am 11. August bei den Festspielen anlaufen wird, sind Majowski und Krause in die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg gekommen, und spielen auch schon einige Szenen aus dem Ersten Akt. Es sind improvisierte Schauspieleinlagen, wie etwa vor dem Tresorraum, oder im Sparkassenmuseum, wo Majowskis Theaterleidenschaft besonders spürbar wird. Er lässt Krause spüren, wer Chef ist, und wer Bittsteller - zunächst. Für einen Rundgang durch das Museum und Fragen zur Geschichte hat er trotzdem Zeit, und schwärmt beim Anblick der historischen Bilder: „Was müssen das für Zeiten gewesen sein, die völlige Entschleunigung.“

„Jeder Berliner sollte einmal nach Bad Hersfeld fahren“

Besonders freut sich Majowski, der im Berliner Stadtteil Charlottenburg lebt, momentan in Hersfeld zu sein: „Es ist eine Verbindung von Beruf und Urlaub. Ich hatte 18 Monate Dauerarbeit, mit einer Woche Pause.“ Er hat für die Zeit hier ein Häuschen in der Innenstadt angemietet und freut sich auf die Zeit, die er gemeinsam mit der Familie verbringen kann. Auch Ausflüge ins Grüne stehen an. „Jeder Berliner sollte einmal nach Bad Hersfeld fahren.“ Man brauche eine Auszeit von der von Geschwindigkeit und Intensivität der Metropole.

Auch über seinen neuen Kollegen und „Kunden“ für die Inszenierung freut sich Majowski: „Das gibt dem Stück noch einmal mehr Authentizität. Leider gehen die Proben erst am 1. August los.“

Eine Art Probe gab es dann aber doch: Majowski setzt sich selbst hinter die Glasscheibe eines Schalters, um wie im Stück, Krause den Kredit zu verweigern. Dieser droht ihm daraufhin, die Frau auszuspannen. Majowski wird immer unsicherer. Sehr zum Vergnügen der Bankangestellten.

Überhaupt gebe Majowski das Theater die nötige Erdung, wobei er Theater, Film und Fernsehen den gleichen Wert zumisst: „Ich liebe es besonders, wenn ich den Stoff mit dem Regisseur zusammen erarbeiten kann. Am besten gefällt es mir, wenn ich alles gleichzeitig tun kann. Allerdings spiele ich lieber im Film als im Fernsehen.“

Das Klischee, dass Komiker im Privatleben sehr ernst sind, unterstreicht Majowski: „Im realen Leben bin ich durchaus ein ernster Mensch. Ich würde sagen ich bin 51 Prozent Ernst und 49 Prozent Komiker.“ Er kennt aber auch andere Zeiten.

Die in denen er Drogen- und Alkoholsüchtig war. Damals, so sagt er, sei er nicht Ernst gewesen, für ihn mit einer der Gründe weshalb er in die Sucht geraten ist.

Von Max Morrison

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