Vereine im Kreis Hersfeld-Rotenburg bemühen sich aktiv um neue Mitglieder

Trendwende: Imker im Kreis ohne Nachwuchssorgen

Hersfeld-Rotenburg. Die Imkerei scheint in Hessen zu boomen: Pro Jahr gibt es 800 neue Imker, teilt der Landesverband der Hessischen Imker mit. Die Hälfte der 9600 Imker sei in den vergangenen fünf Jahren dazugekommen.

Frank Rössing vom Imkerverein Bad Hersfeld mit aktuell rund 60 Mitgliedern spricht von einer Trendwende. Nach einem altersbedingten Schwund glichen die Neueintritte die Abgänge inzwischen wieder aus. Das Interesse an Natur, Ökologie und Biologie und damit verbunden an einer bewussten Lebensweise steige wieder an, meint Rössing.

Ähnlich äußert sich Gerhard Opfer, Vorsitzender des Imkervereins Niederaula, der derzeit 56 Mitglieder hat. „Die Imkerei ist wieder in aller Munde“, sagt Opfer mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung. Zugenommen habe in den vergangenen Jahren auch der Anteil an Imkerinnen.

Auf den trotz jüngerer Nachrücker immer noch hohen Altersdurchschnitt der Vereinsmitglieder verweist der Vorsitzende des Rotenburger Imkervereins, Dieter Werner. Häufig seien auch komplette Familien im Verein angemeldet, von denen allerdings nur einer aktiv sei. Der jugendliche Nachwuchs trete zudem häufig wieder aus, wenn es an die Berufsausbildung gehe. „Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby, das aber Zeit und Pflege benötigt“, so Werner. Der Rotenburger Verein zählt momentan rund 45 Mitglieder.

Für aktive Werbung spricht sich Gunther Koch aus, Vorsitzender des Vereins Blumenstein Wildeck mit etwa 50 Mitgliedern. „Man darf die Hände nicht in den Schoß legen“, sagt Koch. Und das scheint zu funktionieren. Für das vom Verein angebotene Probeimkern habe es zuletzt sogar eine Warteliste gegeben.

Von einem Boom wollen die Vereinsvorsitzenden im Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht unbedingt sprechen, tatsächlich scheine aber das Interesse an der Imkerei wieder zu steigen. (nm)

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