Kristin Ott ist neue Jugendarbeiterin des Projekts „Jugend 2010“ im Stadtteil Hohe Luft

Traum von einer Band

Im Einsatz für das „Projekt 2010“: Pfarrer Karsten Röhr, die Helferin Caroline Engel und Marina Schneider, Jugendarbeiterin Kristin Ott sowie Pfarrer Christian Sack (von links). Foto: Stehr

Bad Hersfeld. Ein gemeinsamer Wunsch eint Kristina Ott und Carsten Röhr – die neue Jugendarbeiterin und der evangelische Pfarrer der Auferstehungsgemeinde träumen davon, dass aus dem Projekt „Jugend 2010“ einmal eine Band hervorgeht. Das wäre für beide und den katholischen Pfarrer der Gemeinde St. Bonifatius, Christian Sack, die nächste Erfolgsgeschichte des Projekts, das es seit 2008 im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft gibt.

Gemeinsam mit den Initiatoren, Röhr und Sack, ist die 25-jährige Sozialpädagogin Ott seit dem 1. Juni dabei, wenn sich die Kinder-, Jugend- und Teenie-Gruppen treffen, gemeinsam spielen, kochen, basteln, musizieren und andere Unternehmungen planen und durchführen. „Es macht Spaß, mit Kindern zu arbeiten und kreativ zu sein. Ich bin hier gleich gut angenommen worden“, berichtet sie erfreut über ihre ersten Wochen.

Sie ist mitten in ein erfolgreich laufendes soziales Programm geraten. „Das Projekt „Jugend 2010“ ist hessenweit einmalig, da es sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Kirche getragen wird“, erklärt Carsten Röhr: „Dass wir nicht ausschließlich evangelisch oder katholisch sind, hilft dabei, dass auch Kinder, Jugendliche und Eltern kommen, die keiner oder anderen Religionen angehören. Über 90 Prozent haben in unseren Gemeinden einen Migrationshintergrund, da sind viele nicht christliche Familien dabei.“

Der evangelische Pfarrer verweist darauf, dass hinter den Kindern Familien stehen, die auch von der Arbeit profitieren und sie tatkräftig unterstützen. Sein katholischer Amtskollege Christian Sack nennt ein Beispiel: „Als ein Junge die Schule abgebrochen hat, haben ihn die anderen hier so bearbeitet, das er wieder zum Unterricht gegangen ist.“

Von klein auf lernen die Kinder über das Projekt, sich selbst zu organisieren sowie Verantwortung für sich und andere zu tragen. Viele übernehmen Aufgaben, arbeiten mit den Pfarrern und der Jugendarbeiterin im Team und bestimmen im Jugendausschuss sogar über die Verteilung des Geldes mit.

Das eröffnet ihnen auch Perspektiven in der Arbeitswelt. „Von 20 Jugendlichen, die derzeit mitarbeiten, haben sich acht für eine Ausbildung in einem sozialen Beruf entschieden. Das ist hier im Stadtteil durchaus ungewöhnlich“, meint Röhr. Von „einer neuen Form des Selbstbewusstseins“ spricht Sack.

Noch lange weitermachen

„Ein Projekt“, sagt Christian Sack, „geht eigentlich irgendwann zu Ende. Doch wir wollen uns immer neu erfinden und noch lange weitermachen.“ Wenn das gelingt, sollte sich auch der Traum von einer Jugendband erfüllen. Hintergrund, Zur Person

Von Claudia Stehr

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