Mehrere Jubiläen am Tag der Deutschen Einheit in der Innenstadt

Verkaufsoffener Feiertag: Die Massen zog es nach Bad Hersfeld

HZ-Talkrunde auf der Bühne in der Breitenstraße: Henner Göbel (Hersfelder Urgestein), Volker Bausch (Direktor Point-Alpha), Kai A. Struthoff (HZ-Redaktionsleiter), Kerstin Staudtmeister (Ausbildungsleiterin bei K+S), Horst Groß (Ex-Bürgermeister Bebra), Handballlegende Rainer Osmann, Landrat Dr. Michael Koch und Reinhard E. Matthäi (DRK). Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Punkt 12 Uhr öffneten am Tag der Deutschen Einheit die Geschäfte in der Bad Hersfelder Fußgängerzone, vor denen sich teilweise schon größere Warteschlangen gebildet hatten. Anlässlich der Vielzahl an Jubiläen, die es zu feiern galt – 25 Jahre Deutsche Wiedervereinigung, 275 Jahre ModeCentrum Sauer, 25 Jahre City-Apotheke und einiges mehr – hatte der Stadtmarketing-Verein die Genehmigung zu einem „verkaufsoffenen Feiertag“ erhalten.

„Diese Veranstaltung ist einmalig und kommt in dieser Form sicherlich so schnell nicht wieder“, sagte Martin Knauff, Geschäftsführer der Sauer Modehandels GmbH und 2. Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins, der sich über eine „rappelvolle Stadt“ freute.

Auch Stefan Pruschwitz, der mit für das Stadtmarketing verantwortlich ist, zeigte sich mehr als zufrieden: „Es ist ordentlich was los und der Tütenfaktor stimmt.“

Atmosphäre wie zu Lolls

Tatsächlich herrschte in der Bad Hersfelder Fußgängerzone eine Atmosphäre wie sonst am ebenfalls verkaufsoffenen Lolls-Sonntag. Dicht gedrängt schoben sich die zahllosen Besucher aus nah und fern vom Linggplatz bis zur City-Galerie durch „Hersfelds gute Stube“ – der Duft von Rostbratwürstchen und gebrannten Mandeln lag in der Luft, und immer wieder sorgte die „Náwlins Brass Band“ mit kurzen Auftritten für Begeisterung. Am Lullusbrunnen und auf dem Linggplatz bewunderten die Gäste liebevoll restaurierte Zweitakter aus der ehemaligen DDR. Namen wie „Wartburg“, „Barkas“ oder „Trabant“, im Volksmund kurz „Trabi“ genannt, sorgten bei Kennern für glänzende Augen und gaben Anlass für zahlreiche Benzin-Gespräche.

Sicherlich ein Glanzstück der Ausstellung war ein perfekt restaurierter Trabant Kombi, der auf einem Anhänger eine im gleichen Farbton lackierte „Schwalbe“, ein Kleinkraftrad, das von den Suhler Simsonwerken hergestellt wurde und inzwischen Kultstatus genießt, mitführte.

Auf der Bühne vor dem ModeCentrum Sauer sorgten die „Early Dudley Jazz Band“ aus Fulda und das „Musikalische Einsatzkommando“ aus Weimar mit Dixieland, Swing und Jazz für Stimmung. Dieter Jung vom Kreativteam Jung aus Tann, das für die Organisation des Einheitsfestes zuständig war, hatte vor der Bühne eine rotlackierte Karl Marx Figur aufgestellt und die Breitenstraße kurzerhand in „Karl-Marx-Platz“ umbenannt.

Zeitzeugen erinnern sich

In der HZ-Talkrunde stellten sich einige Zeitzeugen, darunter der neue Landrat Dr. Michael Koch, der Direktor der Gedenkstätte Point Alpha Volker Bausch sowie das „Hersfelder Urgestein“ Henner Göbel den Fragen von HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff und schilderten ihre ganz persönlichen Erinnerungen an die Ereignisse zwischen Wende und Einheit.

Tag der deutschen Einheit

Trotz ihrer ganz verschiedenen Biographien zogen alle Podiumsteilnehmer nach 25 Jahren Deutscher Einheit eine positive Bilanz und freuten sich darüber, dass alles so gekommen ist, wie es heute ist. Lediglich dem Ost-Sandmännchen wurde etwas nachgetrauert.

Von Thomas Landsiedel

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