Kuriosum in Asbach: Umgehungs-Planung und Einkaufszentrum überlappen sich

Trasse durch Supermarkt

Dort, wo die geplante Umgehungs-Trasse (schwarzer Strich) die alte B 62 verlässt, steht heute der neue Einkaufsmarkt.

Bad Hersfeld. Was der NBL-Stadtverordnete Michael Bock seinen Kollegen jüngst meinte unter die Nase reiben zu müssen, das war so neu nicht: Denn dass sich die bisherige Planung für eine Umgehungsstraße im Bad Hersfelder Stadtteil Asbach und der im vergangenen Jahr gebaute Einkaufsmarkt überlappen, das war schon 2011 im Bauleitverfahren thematisiert worden.

Dennoch hat dieses Planungs-Kuriosum jetzt an Aktualität gewonnen: Durch den in der vergangenen Woche gefassten Beschluss der Stadtparlamentarier, die Anmeldung für eine Umgehung der Bundesstraße 62 im Bundesverkehrswegeplan 2015 zu beantragen, ist der Konflikt offensichtlich geworden.

Vor gut zwei Jahren hatte der damals als Bürgermeister amtierende Erste Stadtrat Lothar Seitz die Problematik heruntergespielt: Der Verlauf einer Umgehung sei im Flächennutzungsplan nur grob eingezeichnet, aber nicht exakt festgelegt worden. Zudem werde mit dem Bau der Straße in nächster Zeit ohnehin nicht wirklich gerechnet, hatte Seitz im November 2010 argumentiert.

Kein Abriss erforderlich

Die Umgehungs-Trasse ist in diesem aus dem März 2009 stammenden Plan-Auszug als dicke schwarze Linie eingezeichnet, die im Asbacher Norden auf Höhe des Sportplatzes von der bestehenden Straße abzweigt und dann in kühnem Schwung östlich an der Bebauung des Stadtteils vorbei führt. Im Bereich „Hilgensattel“ würde die Straße direkt durch den Supermarkt hindurch führen.

Im Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt hatte Johannes van Horrick, Fachbereichsleiter der Technischen Verwaltung, den von Bock festgestellten Konflikt zwar bestätigt, aber kein unlösbares Problem gesehen: Der Flächennutzungsplan sei in der Darstellung nicht parzellenscharf, und in der Detailplanung könne die Trasse dann so festgelegt werden, dass der Einkaufsmarkt nicht abgerissen werden muss.

Von Karl Schönholtz

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