Opernfestspiele 2014: „Aida“ feierte Premiere in der Bad Hersfelder Stiftsruine – Bildmächtige Kulisse

Tragik einer verbotenen Liebe

Prächtige Kostüme mit Ägypten-Flair: Andreas Drescher als Pharao und Barbara Buffy als seine Tochter Amneris. Fotos:  Landsiedel

Bad Hersfeld. Es sind unsichere Zeiten im Alten Ägypten. Truppen aus dem Nachbarland Äthiopien rüsten auf gegen das Königreich am Nil, um ihre Prinzessin Aida aus der Gefangenschaft des Pharaos zu befreien. Der Feldherr Radames soll die Gefahr abwenden, doch seine verbotene Beziehung zu Aida und die Liebe der Pharaonentochter Amneris stürzen ihn in Konflikte. Radames begeht unfreiwillig Hochverrat und wird lebendig begraben. Aida, die sich zu ihm geschlichen hat, stirbt mit ihm den Liebestod.

In Verdis Oper „Aida“ weckte die Bühne der Hersfelder Stiftsruine bei der Premiere zum Auftakt der Opernfestspiele am Mittwochabend eindrucksvolle Assoziationen an mächtige Pyramiden. Innerhalb der farbig angestrahlten Mauern wachten mehrere Sphinx-Statuen darüber, wie sich die in liebevoll gestaltete, historisierende Gewänder gekleideten Figuren zwischen Politischem und Privatem letztlich zerrieben.

Bildmächtig gerieten gerade die Massenszenen mit unzähligen Mitwirkenden – neben dem Hersfelder Festspielchor auch Mitglieder des Frankfurter und Marburger Konzertchores sowie zweier polnischer Chöre –, darunter der Gefangenenauftritt zum Triumphmarsch im zweiten Akt (Inszenierung: Rainer Wenke).

Während Barbara Buffy ihre Amneris in der auf Deutsch gesungenen Handlung zwischen Oberflächlichkeit und diabolischer Intrige oszillieren ließ, gab Bettina Grothkopf eine menschliche, emotional differenzierte Aida. Etwas statisch wirkte Radames (Francisco A. Almanza). Bariton Armado Puklavec verkörperte einen wunderbar warmherzig und entschlossenen Vater von Aida.

Oberpriester Ramphis (Láslzó Varga) und Pharao (Andreas Drescher) führten souverän die Ägypter an. Klangvoll gestalteten die Virtuosi Brunenses unter Siegfried Heinrich die facettenreiche Musik von Verdis Meisterwerk. Herzlicher Beifall.

Opernfestspiele in der Stiftsruine: „Aida“: bis 20. August, an geraden Tagen ab 20.30 Uhr, „Così fan tutte“: bis 19. August, an ungeraden Tagen ab 20.30 Uhr, Kartentelefon: 06621/ 506713 und 506718.

Von Felix Werthschulte

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