Organisatoren und Schausteller reagieren auf den plötzlichen Rücktritt Udo Roßbachs

Tränen zum Abschied

Für alle und immer zu sprechen: Feuermeister Udo Roßbach hat zwölf Jahre lang das Lullusfest geprägt. Auch bei den Vorbereitungen des Feuers packte er natürlich mit an. Jetzt möchte er sein Ehrenamt an einen jüngeren Nachfolger abgeben. Fotos: Schönholtz, Struthoff, Maaz

Bad Hersfeld. Der Feuermeister geht – und hinterlässt eine große Lücke. Udo Roßbach, der das Amt des Feuermeisters zwölf Jahre lang mit großer Leidenschaft und viel Engagement ausgeübt hat, verkündete seinen Rücktritt in der traditionellen Sonntagsrede zum Löschen des Lullusfeuers. Organisatoren, Schausteller und Gastronome reagieren betroffen und spekulieren über die Gründe des plötzlichen Abgangs.

Überraschende Entscheidung

„Udo Roßbach hat seine Aufgabe zwölf Jahre lang mit viel Engagement erfüllt“, sagt „Mister Lolls“ Wilfried Roßbach, der von der Entscheidung überrascht gewesen sei. „Das Amt war ihm auf den Leib geschnitten. Ich bedauere es sehr, dass wir ihn in diesem Amt verlieren.“

„Er hat seine Position gelebt und war immer zu jedem Gespräch und jedem Foto bereit“, bestätigt auch Schausteller-Sprecher Heiner Distel, der Udo Roßbach seit dessen Amtsübernahme kennt. „Schade, dass er nun aufhört, aber seine Entscheidung müssen wir natürlich akzeptieren.“

Richard Krolzig vom Riesenrad „Bellevue“ reagiert erschüttert auf den Abschied Roßbachs: „Die Nachricht kam völlig unerwartet und hat mich schwer getroffen. Ich kann mich immer noch nicht an die Vorstellung gewöhnen, dass Udo Roßbach kein offizieller Teil des Lullusfestes mehr ist.“ Schließlich habe er das Fest durch seine Präsenz unheimlich geprägt und er sei ein großartiger Botschafter für Bad Hersfeld gewesen. „Die Fußstapfen für den Nachfolger sind also sehr groß.“ Der Rücktritt berührt Krolzig auch persönlich tief: „Am Feuer habe ich geweint. Wir hatten eine tolle Zeit miteinander. Ich bin mit dem Lullusfest aufgewachsen, und wenn eine solche Identifikationsfigur wie Roßbach die Bühne verlässt, reißt das eine große Lücke.“

Dieser Meinung schließt sich auch Viola Wynohradnyk von der „Mandelbrennerei“ an. Sie begleitete die gesamte Amtsperiode Roßbachs: „Mit seinem Abgang verlieren wir einen herausragenden Feuermeister. Wir sind sehr traurig, dass Herr Roßbach diese Entscheidung für sich getroffen hat.“ Er habe die Messlatte für das Amt sehr, sehr hochgelegt. „Ich würde mir wünschen, dass sein Nachfolger ebenso kompetent und volksnah ist wie er.“

Festzeltbesitzer Hartmut Schulz macht sich in dieser Hinsicht keine Sorgen: „Ich bin sicher, dass die Stadt einen fähigen Mann aussuchen wird.“

In die allgemeine Bedrücktheit mischen sich natürlich auch Fragen nach den Gründen. „Die Entscheidung kommt für mich völlig unerwartet“, wundert sich Stefan Rosenboom von der Losbude Glücksprinz. „Ich frage mich, was ihn wohl zu dieser Entscheidung bewegt hat.“

Roßbach selbst hatte sich dazu mit einer Volksweisheit geäußert: „Wenn‘s am Schönsten ist, soll man gehen.“ Außerdem wolle er Platz für einen Jüngeren machen.

Von Emily Spanel, Paula Beck und Nadine Maaz

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