Heute eröffnet das Rathaus-Café des Schwälmer Brotladens in Bad Hersfeld

Tradition ohne Staub

Heute geht’s los: Das Team des Schwälmer Brotladens in der Weinstraße vor der Verkaufstheke, die größtenteils schon im jetzt geschlossenen Herkules-Markt stand. Dritte von rechts ist Juniorchefin Lena Viehmeier. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Tradition muss nicht staubig oder langweilig sein“, sagt Jürgen Viehmeier am Ende des Gesprächs, in dem er die Geschichte des „Schwälmer Brotladens“ von den Anfängen unter seiner Urgroßmutter bis zum heutigen Unternehmen, das in Produktion und mehr als 70 Filialen rund 560 Menschen beschäftigt.

Eine dieser Filialen eröffnet heute als Rathaus-Café neu in der Weinstraße in Bad Hersfeld. Das ehemalige Spielwarengeschäft Schmelz ist nach dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen. Wo früher Lego, Siku und Barbies in den Regalen standen, werden jetzt Kaffee, Kuchen und verschiedene Snacks oder Salate serviert.

Seinen Schlusssatz erklärt Viehmeier über die eigene Familie: Auch im 108. Jahr ihres Bestehens fühlt sich die Bäckerei ihren Wurzeln in Gilserberg verpflichtet, indem sie beispielsweise ausschließlich regionale Zutaten verarbeitet und sich ein Logo in alter Sütterlin-Schrift gegeben hat.

Die Jugend im Blick

In der Gegenwart haben allerdings die nachfolgenden Familienmitglieder längst tragende Rollen eingenommen und dafür gesorgt, dass der Auftritt des Schwälmer Brotladens trotz aller Handwerkstradition eben nicht verstaubt daherkommt und die Produkte auch einen jüngeren Kundenkreis ansprechen. Konsequenterweise wird in der Verkaufstheke die belegte Stulle neben dem Ciabatta-Brötchen liegen, dazu die ganze Palette von Brot, Brötchen, Teilchen und Torten.

Theke ist mitgewandert

Die Theke selbst ist im übrigen dieselbe, die auch schon im mittlerweile geschlossenen Hersfelder Herkules-Markt genutzt wurde. Weil die Viehmeiers schon bei Abschluss ihres Mietvertrages wussten, dass ihre Zeit in der Antoniengasse möglicherweise begrenzt sein würde, hatten sie in weiser Voraussicht variable Module aufgestellt.

Bad Hersfeld liegt für die Viehmeiers am östlichen Rand des Einzugsgebietes, das sich von Kassel bis Lauterbach und von Gießen bis nach Waldhessen erstreckt. An weitere Expansion sei nicht gedacht, sagt der Chef, für neue Standorte innerhalb dieses Bereiches sei man jedoch offen.

Das Rathaus-Café soll sich nicht nur durch die Bedienung am Tisch vom Wettbewerb unterscheiden, sondern im Sommer auch durch die Außenbewirtschaftung auf dem oberen Rathausplatz.

Ab 7 Uhr, sonntags eine halbe Stunde später, ist das Café geöffnet, abends bis 19 Uhr, an den Wochenenden bis 18 Uhr. Um Kundschaft und Gäste kümmert sich in dieser Zeit ein neunköpfiges Team, darunter auch die Mitarbeiterinnen aus der früheren Herkules-Filiale.

Von Karl Schönholtz

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