Von Januar bis April 18,2 Prozent Zuwachs bei Übernachtungen

Tourismus: dickes Plus, aber keiner weiß warum

Bad Hersfeld. Der Tourismus boomt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Um sage und schreibe 18,2 Prozent haben die Übernachtungszahlen in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2010 zugelegt. Das weist die aktuelle Bilanz des Hessischen Statistischen Landesamtes in Wiesbaden aus. Im Hessen-Durchschnitt fiel das Plus mit 3,6 Prozent wesentlich bescheidener aus.

Eine Erklärung für den phänomenalen Zuwachs gibt die Statistik aus Wiesbaden freilich nicht her. Weil die Einzelergebnisse von fast der Hälfte der Gemeinden im Kreis aus Geheimhaltungsgründen nicht ausgewiesen sind, lässt sich die positive Entwicklung nicht nachvollziehen. Selbst Ursula Kilb vom Landesamt, die die Statistik erstellt hat, konnte auf Anfrage unserer Zeitung nicht weiterhelfen. Auch auf ihrem Bildschirm sind die Angaben aus neun der 20 Gemeinden im Kreis „geblockt“.

Das hat seine Gründe: In kleinen Kommunen, in denen nur wenige Beherbergungsbetriebe angesiedelt sind, würden die Zahlen der jeweiligen Konkurrenz Rückschlüsse auf den Erfolg oder Misserfolg einzelner Häuser ermöglichen.

Das gilt beispielsweise für Hohenroda mit dem die örtliche Branche dominierenden Ferien- und Freizeitzentrum oder für Ronshausen mit dem vergleichbar exponierten Feriendorf in Machtlos.

Allerdings fehlen auch die Zahlen für Rotenburg, wo immerhin 14 Betriebe mit der für die Statistik relevanten Zahl von neun oder mehr Gästebetten ansässig sind. Dort sei im vergangenen Jahr ein bedeutendes Haus dazugekommen, erläuterte Kilb, was den Mitbewerbern beim Zahlenvergleich ebenfalls unerwünschte Einblicke verschaffe.

Kerstin Schulz, die Leiterin der Rotenburger Tourist-Information, hat dennoch eine mögliche Erklärung parat: Sie vermutet, dass seit dem vergangenen Jahr auch die Studenten aus den Wohnheimen von Fachhochschule und Landesfinanzschule in die Statistik einfließen.  hintergrund, zum tage

Von Karl Schönholtz

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