Gerichtsverfahren gegen nachlässige Tierhalter: Zweimal Geldstrafe

Tote Fische, tote Möpse

Bad Hersfeld. Gleich zweimal ging es gestern im Bad Hersfelder Amtsgericht um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Das war jedoch purer Zufall: Bei den rund 850 Strafsachen und 1000 Ordnungswidrigkeitsverfahren, die das Gericht pro Jahre bearbeitet, spielen die Vernachlässigung oder das Quälen von Tieren laut Amtsgerichtsdirektor Hermann Eimer nur eine untergeordnete Rolle.

Konkret ging es gestern vor Einzelrichter Elmar Schnelle um einen 55-jährigen Mann aus Eisenach, der im Februar 2009 beim Auszug aus seiner Wohnung in Ludwigsau mehrere Kleintiere und Fische unversorgt zurückgelassen hatte.

Als Nachbarn auf den Misstand aufmerksam wurde, war es für etliche Tiere schon zu spät: Beim Eintreffen der Polizei wurden verendete Mäuse, Meerschweinchen und Ratten in den Käfigen sowie tote Fische im Aquarium vorgefunden.

Im zweiten Fall hatte ein 65-jähriger Mann aus Hauneck im September und Oktober 2008 sechs noch nicht vom Muttertier entwöhnte, in Ungarn geborene Mopswelpen nicht artgerecht gehalten.

Die Tiere sollen sich laut Anklage sämtlich in einem mäßigen bis sehr schlechten Allgemein- und Gesundheitszustand befunden haben. Am Ende konnten drei Welpen nicht mehr gerettet werden.

Da beide Angeklagte nicht vor Gericht erschienen, wurden sie auf dem Wege des Strafbefehls zu Geldstrafen verurteilt: Im ersten Fall verhängte Richter Schnelle 50 Tagessätze zu zehn Euro, im zweiten 45 Tagessätze zu ebenfalls zehn Euro. Die Höhe der Tagessätze richtet sich nach dem Einkommen des jeweiligen Angeklagten.

Erheben sie keinen Einspruch, wird die Sache in zwei Wochen rechtskräftig. Bezahlen sie, dann ist der Fall erledigt, tuen sie es nicht, müssen sie für 50 beziehungsweise 45 Tage ins Gefängnis oder eine Arbeitsauflage erfüllen.

Von Karl Schönholtz

Kommentare