HZ-Montagsinterview mit Edgar Steube über die Arbeit der Stadtjugendpflege in Bad Hersfeld

Ein Tonstudio für Teenager

Mit guter Laune im Büro: Edgar Steube präsentiert vor der Pinnwand an seinem Schreibtisch verschiedene Informationsbroschüren der Bad Hersfelder Stadtjugendpflege. Foto: Backovic

Bad Hersfeld. Bauchtanz, Tauchen und Theater: Edgar Steube ist Leiter der Stadtjugendpflege Bad Hersfeld und sorgt dafür, dass bei der Jugend keine Langeweile aufkommt. Zudem hat er die pädagogische Leitung derKindertagesstätten inne. Über seine Arbeit, verschiedene Freizeitangebote und seine Wünsche, wenn er noch einmal Teenager wäre, sprach er mit Dorothea Backovic.

Was bedeutet Jugendarbeit in Bad Hersfeld für Sie?

Edgar Steube: Jugendarbeit ist ja nur ein Ausschnitt, denn eigentlich geht es um Kinder- und Jugendarbeit. Für uns hier bedeutet es, eine familienfreundliche Stadt und familienfreundliche Angebote zu gestalten. Wichtig ist auch, auf die Wünsche und Ideen Jugendlicher einzugehen.

Was sehen Sie dabei als Ihre wichtigste Aufgabe an?

Steube: Am wichtigsten ist für mich, ein variantenreiches Programm in die Stadt zu bringen, das offen ist und den Problemen der Jugendlichen nicht aus dem Weg geht.

Was muss Jugendarbeit in der heutigen Zeit leisten?

Steube: Zuhören – die alte Methode gilt auch heute noch. Denn nur so lassen sich Ziele der Arbeit formulieren. Außerdem müssen Kinder und Jugendliche an den Prozessen in der Stadt beteiligt werden, schließlich wollen sie etwas Spannendes erleben.

Sie haben das Erleben gerade schon angesprochen: Welche Freizeitangebote sind aktuell am beliebtesten?

Steube: Insbesondere die Angebote für Kinder sind am gefragtesten. Zum Schwimmen und Tauchen kommen beispielsweise bis zu 100 Kinder jeden Samstag ins Aqua Fit. Zudem sind unsere beiden Theatergruppen, der Bauchtanz und der Hip-Hop-Kurs und das Foto-Shooting-Angebot bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Dann gibt es noch die Ferienspiele - die werden immer gut angenommen.

Gibt es denn auch Veranstaltungen, die speziell für Mädchen angeboten werden?

Steube: Wir hatten die Mädchenarbeit, die durch den Weggang einer Kollegin ein wenig eingeschlafen ist. Aber: Wir sind jetzt dabei, ein Mädchen-Café einzurichten. In der Begegnungsstätte im Helfersgrund gibt es aktuell eine aktive Mädchengruppe.

Unabhängig vom Geschlecht, wie viele Teenager nutzen Ihre Angebote regelmäßig?

Steube: Pro Woche sind es in allen Kursen bestimmt 80 Jugendliche. Bei den Acht- bis Zwölfjährigen haben wir eine riesige Basis. Da können wir sicherlich von 150 Kindern pro Woche ausgehen.

Wenn Sie ein Teenager wären, was würden Sie sich in Bad Hersfeld wünschen?

Steube: Ich würde mir als Jugendlicher einen Treffpunkt wünschen, in dem ich nachmittags etwas mit Freunden machen kann: Eine Art Café, in dem es günstige Getränke gibt, wäre dafür gut. Außerdem hätte ich dazu gern ein Tonstudio. Da könnte man dann selbst eine CD aufnehmen, singen und eigene Filme vertonen.

Kommen wir vom Wunsch zur Realität: Wie ist der Stand der Dinge bezogen auf das Angebot im Stadtteil Hohe Luft?

Steube: Hier passiert ganz viel! Vorab möchte ich aber klarstellen, dass dieser Stadtteil meiner Ansicht nach kein sozialer Brennpunkt ist. Er besteht einfach nur aus vielen Kulturen. Der Kreis, die Stadt und die Kirche engagieren sich hier sehr. Seit Jahren gibt es mehrere Initiativen der Stadt und das Programm „Jugend 2010“ der Kirche. Jedes Jahr stellt Bad Hersfeld 100 000 Euro extra für die Jugendarbeit im Stadtteil zur Verfügung. Dort arbeitet beispielsweise die Kirche mit einer Sozialarbeiterin.

Die finanzielle Situation ist also geklärt. Wie sieht die Arbeit der Stadtjugendpflege auf der Hohen Luft konkret aus?

Steube: Wir haben eine Streetworkerin eingesetzt, die die Jugendlichen gezielt anspricht. Den Jugendclub im Stadtteil haben die Teenager zum Beispiel gemeinsam mit ihr ausgebaut.

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