28. Bad Hersfelder Live-Jazz lockte in die Innenstadt – Besucherzahlen und Buttonverkauf rückläufig

Tolles Wetter, super Stimmung

Frauenpower: Die Sängerinnen von Bazaar Bizarre bei ihrem Auftritt auf der Hauptbühne auf dem Linggplatz.

Bad Hersfeld. Es groovte und swingte am Samstag in allen Ecken der Bad Hersfelder Fußgängerzone. Zum 28. Bad Hersfelder Live-Jazz griffen Musiker aus dem In- und Ausland zu ihren Instrumenten und ließen Jazz in verschiedenen Stilrichtungen erklingen. Begleitet wurden sie am Nachmittag von Sonne satt und brütender Hitze, die fast schon an das Klima in den Sümpfen von Louisiana erinnerte.

Entsprechend begehrt beim Publikum waren Schattenplätze unter Bäumen oder den großen Sonnenschirmen der Straßencafés. Eis und Erfrischungsgetränke fanden reißenden Absatz und manch ein Besucher kühlte seine heißgelaufenen Füße in einem der Brunnen.

Eines kam für viele Menschen an diesem Nachmittag dennoch nicht in Frage: Für einen erfrischenden Besuch im Freibad auf den Live-Jazz zu verzichten. So fand sich um die Bühnen auf dem Linggplatz, am Lullusbrunnen und in der Breitestraße schon in der Mittagszeit eine Zuhörerschar ein. Als sich die Hurricane Brassband am Nachmittag auf ihren Zug durch die Fußgängerzone machte, folgte ihr eine begeisterte Menschenschar.

Dennoch schien es, als habe die Hitze die Zuhörer bei diesem Live-Jazz träge gemacht. Denn mitgroovende oder tanzende Passanten blieben auch am frühen Abend eher seltene Ausnahmen.

Verhaftet: Isabella Perrucci (Zweite von links) feierte ihren Junggesellinnenabschied auf dem Live-Jazz in Begleitung von „Polizist“ und „Polizistinnen“.

Am frühen Abend wanderte der bange Blick von Live-Jazz-Organisator Philipp Kaufmann abwechselnd zum mittlerweile wolkenverhangenen Himmel und auf das Display seines Mobiltelefones. Dort ließ Kaufmann sich die aktuelle Wolken- und Unwetterlage anzeigen. Doch entgegen aller Befürchtungen fiel kein Regen und mit den langsam sinkenden Temperaturen stieg die Zahl der Menschen, die in der Innenstadt unterwegs waren. Viele kamen genau zur Pause zwischen Nachmittags- und Abendprogramm an. So wurde schon der Soundcheck der Formation Bazar Bizarre mit Applaus bedacht.

Später drängten sich die Massen zwischen Brink, Linggplatz und Piano-Corner an der City Galerie. Teils gut besucht, teils ein echter Geheimtipp für wahre Jazz-Kenner waren die Innenspielstätten im Buchcafé, Hotel Stern und im Alten Brauhaus.

Überall unterwegs: Die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr, die beim Versuch, Jazz-Buttons an den Mann oder die Frau zu bringen, nicht selten auf Ablehnung stießen. Etwa 50 Prozent der Besucher hätten den Kauf eines Ansteckers abgelehnt, beichtete der künstlerische Leiter Jan Luley.

Konkrete Zahlen lagen gestern noch nicht vor, es seien aber weniger Buttons weggegangen als im Vorjahr. Auch die Besucherzahl war mit acht- bis zehntausend niedriger als 2010. „Wir hatten super Wetter und super Stimmung – es ist gut gelaufen“, zeigte sich Luley dennoch zufrieden mit der Veranstaltung.

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Live-Jazz 2011

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