Buchcafé-Chor wird zehn Jahre alt – Konzert zum Abschied vom alten HZ-Verlagshaus

Tolle Tage, tolle Lieder

Geburtstagschor mit Gästen: Mit einem fast eineinhalbstündigen Konzert feierte der Buchcafé-Chor sein 10-jähriges Bestehen. Beim großen Finale ließen es sich natürlich auch Tatjana Bauer (Vierte von links) und Natalia Martens (vorne) und die Sängerinnen und Sänger des aus Homberg angereisten Chores „Stimmt so“ nicht nehmen, noch einmal kräftig mitzusingen. Foto: Apel

Bad Hersfeld. „Those were the days, those were the songs!“ möchte man als Überschrift über das vielfältige Programm setzen, das der Buchcafé-Chor anlässlich seines zehn-jährigen Bestehens und natürlich auch zum Abschied von den Räumlichkeiten im alten Verlagshaus der Hersfelder Zeitung präsentierte.

Da ging es gleich zu Beginn spanisch („Un poquito cantas“) und afrikanisch („Tiende pa mosi“) zu, da wurde auf französisch einfühlsam an die unbeschwerte Kindheit der „Kinder des Monsieur Matthieu“ erinnert („Vois sur ton chemin“), ehe Chorleiter Chris Price das Auditorium mit einem Beatles-Hit aus den späten Sechziger Jahren zurück zu den Wurzeln führte: „When I’m sixty-four“. Spätestens bei diesem Song und bei „Those were the Days“, bei dem die allermeisten aus dem bestens aufgelegten Chor und dem begeistert mitgehenden Publikum an alte Zeiten gedacht haben dürften, kam Stimmung auf, wurde mitgeklatscht. Erst recht natürlich bei „California Dreamin’“, dem unvergessenen Mamas-and-Papas-Millionen-Seller, der bis heute nichts von seiner Fernweh hervorrufenden Faszination verloren hat.

Mit viel Spaß dabei

Immer wieder gab Chris Price, dem man anmerkte, wieviel Spaß ihm die Arbeit mit dem nach eigenem Bekunden aus lauter Individualisten bestehenden Chor macht („Ich bin durch diesen Chor erst zum Chorleiter geworden!“), Einblicke in die Entstehungszeit und die Bedeutung der Lieder, was ganz besonders bei den aus Südafrika stammenden richtig und wichtig war. Bei den von ihm mit vollem Einsatz dirigierten Beach-Boys-Hit „Barbar’Ann“ erübrigte es sich.

Aufgelockert und mit „deutschem“ Liedgut ergänzt wurde der Abend vom Gastchor „Stimmt so“ aus der Nachbarkreisstadt Homberg, der für „Drei schöne Dinge fein“, „Mit Lieb bin ich umfangen“ und für die Interpretation des Volks- und Studentenliedes „Die Gedanken sind frei“ jede Menge Applaus erhielt.

Ähnlich war es bei der singenden Tatjana Bauer und der Akkordeon spielenden Natalie Martens, die „ein bisschen russische Seele“ verschenkten und vom „Glockengeläut in der Früh“ und von den „Schwarzen Augen“ erzählten.

„Those were the Days“ auf Russisch zu hören, war darüber hinaus ein ganz besonderer Genuss. Dass das Buchcafé an sich ein Genuss ist, wurde bei einem kleinen, originellen Singspiel deutlich, mit dem sechs Mitglieder des Chores ihre Sympathie für die im Umzug befindliche Einrichtung ausdrückten.

Egal ob Demonstrantin, Sportlerin, Malerin, Attac-Aktivist, Putzfrau oder Buchcafé-Bedienung – letztendlich würden alle am liebsten ins Buchcafé gehen.

Irischer Abschieds-Segen

Mit einem irischen Segenslied, einem vom Publikum mitgestalteten Indianerlied, dem gemeinsam gesungenen Abschiedslied „Schad is“ und der Zugabe „Good Night Sweetheart, well it’s Time to Go“ ging das eineinhalbstündige Programm zu Ende.

Ein leckeres Fingerfood-Büffet und gute Gespräche schlossen sich an.

Von Wilfried Apel

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