Palliativteam erreicht mit ambulanter Betreuung größten Teil der Patienten

Todkranke gut versorgt

Hersfeld-Rotenburg. Das Palliativteam Waldhessen erreicht mit seiner ambulanten Betreuung mittlerweile den größten Teil der Todkranken im Kreis Hersfeld-Rotenburg. 183 Patienten betreute das Team 2011. Das sind fast 30 Patienten mehr als 2010. Über zwei Außenstellen im Vogelsbergkreis betreuten die Mitarbeiter 2011 weitere 100 Menschen. Aufgenommen hat das Team seine Arbeit 2008.

„Wir gehen davon aus, dass zehn bis 15 Prozent der Patienten auf ihrem letzten Lebensabschnitt die Hilfe unseres spezialisierten Teams brauchen“, berichtet Dr. Ulrike Mäthrich, die Leiterin des Palliativteams Waldhessen und der Palliativ-Station am Klinikum Bad Hersfeld. Laut Statistik sterben in einer Region pro Jahr ein Prozent der Menschen. „Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt es etwa 130 000 Einwohner. Das heißt, es sterben etwa 1300 Menschen im Kreis pro Jahr“, rechnete Dr. Mäthrich vor. „Wir erreichen also mittlerweile den größten Teil der Menschen, die uns brauchen.“ Es gebe aber immer noch Schwerkranke, die das Team nicht oder zu spät erreiche.

Das ambulante Team kümmert sich um schwerstkranke Menschen. Ziel ist, ihnen bis zuletzt ein würdevolles Leben in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Das Palliativteam versteht sich als Ergänzung zum Hausarzt und den Pflegediensten. „Wir sind zur Stelle, wenn eine Betreuung sehr zeitaufwändig oder von der Behandlung der Symptome her komplex ist und Spezialisten gebraucht werden“, berichtete die Ärztin.

Schmerzen oder Atemnot

Das Palliativ-Team bietet vor allem folgende Hilfen an:

• Umfassende Schmerztherapie sowie Behandlung anderer körperlicher Beschwerden wie Atemnot, Übelkeit, Wundversorgung oder Unruhe.

• 24-Stunden-Bereitschaft von Ärzten und Pflegekräften mit spezieller Ausbildung. „Das gibt Patienten und ihren Familien eine große Sicherheit, gerade auch an Wochenenden oder Feiertagen, wenn der vertraute Hausarzt nicht erreichbar ist“, berichtete Dr. Mäthrich. Damit könne verhindert werden, dass Patienten unnötig in eine Klinik kommen. „Wir fahren auch zu jeder Zeit zu den Patienten hin. Unser Vorteil ist, dass wir die Patienten und ihre gesundheitliche Situation schon kennen.“ So kann 80 Prozent der Patienten der Wunsch erfüllt werden, zu Hause zu sterben.

• Das Palliativ-Team hält von sich aus engen Telefonkontakt zu Patienten und Familien. Zum Teil ruft das Team mehrfach am Tag an.

Jeder Patient einer gesetzlichen Krankenversicherung hat seit 2007 Anspruch auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Bei Privatversicherten ist eine Einzelfallentscheidung nötig.

 Hintergrund

Von René Dupont

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