75-Jährige sollte nach Schockanruf zahlen

Tochter verhindert Geldübergabe

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Bad Hersfeld. Ihr Enkelsohn habe einen Verkehrsunfall mit einem zwölfjährigen Mädchen gehabt und benötige nun dringend 30 000 Euro für deren Behandlung. Das teilte ein Anrufer am Sonntagmorgen gegen 9.15 Uhr auf russisch einer 75-jährigen, aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Rentnerin aus Bad Hersfeld mit. Der Mann gab sich als Anwalt des Enkels aus.

Der angebliche Enkel kam dann nach Angaben der Polizei selbst ans Telefon. Seine Stimme klang sehr undeutlich, angeblich wegen einer Verletzung an der Lippe, die bei dem Unfall entstanden sei.

Die Frau erklärte ihm, das sie nur 3000 Euro im Hause habe. Der Anrufer fragte nun mehrmals nach, um welche Art Scheine es sich handelt und wollte auch wissen, wer noch mit im Raum sei. Die Frau erzählte ihm, dass ihr Mann und ihre Tochter, die Mutter des Enkels, mit im Haus seien.

Der vermeintliche Enkel teilte ihr nun mit, dass ein Geldbote kommen und das Geld abholen würde. Dieser Bote traf tatsächlich zehn bis 15 Minuten später ein. Während der ganzen Zeit hatte der Anrufer die Frau am Telefon gehalten.

Die 75-Jährige wollte im Hausflur gerade dem Geldabholer die 3000 Euro aushändigen, als ihre 52 Jahre alte Tochter dazu kam und die Übergabe verhinderte. Sie drängte den Geldabholer aus dem Haus. Der flüchtete in unbekannte Richtung ohne Geld. Er wird als 20 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, von schlanker Statur beschrieben. Er trug eine Strickmütze mit gelben und grünen Bommeln auf dem Kopf und hatte eine gelbe Winterjacke und eine blaue Jeanshose an. Sein Gesicht soll klein und rund gewesen sein.

Echter Enkel wohlauf

Zum Abschluss rief die alte Dame ihren Enkel an und erfuhr, dass er keinen Verkehrsunfall hatte und wohlauf sei. Eine Fahndung der Polizei im Stadtgebiet verlief ohne Ergenis. (red/zac)

Hinweise erbittet die Polizei in Bad Hersfeld, Telefon 06621/9320 oder im Internet unter www.polizei.hessen.de - Onlinewache.

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