HZ-Praktikantin durfte mit den Patagonischen Seelöwen des Circus Herkules baden

Tierischer Badespaß

HZ-Praktikantin Jana Schiller durfte im Wasserbecken mit den drei Seelöwen Andrew, Nelson und Siggi vom Cirkus Herkules schwimmen. Zunächst schnupperten die Seelöwen zur Kontaktaufnahme an Janas Händen. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. So groß hatte ich mir die drei Herren gar nicht vorgestellt. Das ist der erste Gedanke, der durch meinen Kopf schießt, als die schwarzen Seelöwen aus dem Circus Herkules aus ihrer Behausung schauen. Aufgeregt und gespannt, auf das was gleich passieren wird, warte ich, bis die drei Seelöwen, Andrew, Nelson und Siggi ihre Plätze auf den Podesten einnehmen. „Siggi Platz, Nelson Platz, Andrew Platz“, ruft Dompteur Gary Jahn und belohnt die Tiere mit Heringen.

Ein fischiger Kuss

Dann soll ich mich zwischen Siggi und Andrew stellen, um ein paar Fotos zu schießen. Von beiden Seiten werde ich geknutscht, von der einen sanft, von der anderen etwas grober. Das Geräusch, das Andrew, das älteste der drei Tiere, von sich gibt, ist laut. Als er seine nasse, nach Fisch riechende Schnauze gegen mein Gesicht drückt, merke ich, dass er auch der mit der meisten Kraft ist. Immerhin können die Männchen bis zu 2,50 Meter groß und 300 Kilogramm schwer werden. Siggi hingegen, der kleinste von ihnen, wirkt besonnener als er mich küsst. Die Schnurrhaare stechen ein wenig, aber das Fell ist vom Wasser geglättet und fühlt sich weich an. Der Blick aus den schwarzen Kulleraugen wirkt liebevoll. „Man sollte aber zu keiner Zeit vergessen, dass es Raubtiere sind“, warnt Oliver Häberle, Direktor des Circus.

Videobericht

Viel zu schnell ist das Fotoshooting vorbei. Die Seelöwen sollen nun in ihrem 90 Kubikmeter großen Becken, das vor ihrer Behausung steht, schwimmen gehen. Ich bekomme die Chance mit den Tieren ins Wasser zu steigen. Doch bevor die Drei ins kühle Nass dürfen, werden sie mit einem Wasserschlauch abgespritzt, um Dreck und Gras zu entfernen. Kaum zu glauben, doch die Tiere werden so sauber wie möglich gehalten, denn schnell können Infektionen durch Bakterien entstehen. „Der Fisch, den sie zu fressen bekommen, durchläuft strengere Hygienevorschriften als der, den die Menschen essen. Schließlich bekommen die Tiere ihn roh vorgesetzt“, erzählt Häberle.

Fuß-Liebhaber

Ein großer „Platsch“, Wasser das über den Beckenrand schwappt, und schon sind die drei Schwergewichte untergetaucht. Ich soll mich erstmal an den Rand setzen und die Füße ins Wasser halten, damit sie sich an mich gewöhnen können. „Die Tiere mögen Füße“, erzählt Gary Jahn. Sofort kommen Andrew, Nelson und Siggi auf mich zu. Es wirkt fast so, als würden sie an mir schnuppern.

Mit langsamen, behutsamen Bewegungen wate ich schließlich durch das kalte Wasser, die Hände flach nach vorne ausgestreckt. Die drei Riesen umrunden mich wie Haie und tauchen hin und wieder auf, um Luft zu holen oder meine Hand zu berühren. Doch bis auf die Kälte fühle ich mich wohl. Die wunderschönen Tiere haben mich akzeptiert.

Zum Abschied gibt mir jeder der drei Herren einen Handkuss. Den Geruch von Fisch wird meine Nase wohl noch ein paar Tage begleiten, aber das war die Erfahrung auf jeden Fall wert.

Von Jana Schiller

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