Acht Polizeihunde im Kreis werden zum Schutz und für die Spurensuche eingesetzt

Tierische Supernasen

Da entkommt keiner: Ausgerüstet mit Armschutz oder einem Ganzkörperanzug üben die Polizisten mit ihren Tieren das Stellen von flüchtigen Tätern.

Hersfeld-Rotenburg. In dem sichergestellten Auto riecht es nach abgestandenem Zigarettenqualm, im Fußraum liegt jede Menge Müll. Doch Spürhund Lena erschnüffelt das in einem kaum sichtbaren Fach der Mittelkonsole gut versteckte Rauschgift sofort. Aufgeregt kratzt die Hündin am Sitzpolster und jault.

Auf den Befehl von Polizeioberkommissar und Herrchen Gerd Kämpfer legt sich das Tier schließlich flach auf dem Autositz hin und wartet, bis Kämpfer die zuvor platzierte Duftprobe hervor holt. Diesmal ist es nur eine Trainingseinheit, doch im Polizeialltag kommen solche tierischen Einsätze regelmäßig vor.

Acht Polizeihunde gibt es im Bereich der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg – vier belgische Schäferhunde (Malinois), drei deutsche Schäferhunde und eine Border-Collie-Mischung.

Ausgeprägter Geruchssinn

Gern gesehen sind so genannte Dualhunde, das heißt Hunde, die sowohl als Schutz- und als Spürhunde eingesetzt werden können. Doch es gibt auch Spezialisten unter den Vierbeinern. Die Schutz- und Fährtenhunde – in der Regel große Schäferhunde – werden bei der Personensuche sowie bei Demonstrationen, Fußballspielen oder sonstigen Veranstaltungen zur Absicherung eingesetzt. Bei den reinen Sprengstoff- und Spürhunden kommt es weniger auf die imposante Größe an. Ihr besonders ausgeprägter Geruchssinn macht die Hunde so wertvoll. „Die Tiere sind sehr verlässliche Einsatzmittel und erfolgreich, wo selbst die Technik versagt“, weiß Ausbildungsleiter Gerd Kämpfer aus Erfahrung.

Die Polizeihunde leben, wenn sie nicht im Einsatz sind, bei ihren Hundeführern zu Hause, Halter ist bis zu ihrer „Pensionierung“ aber das Land Hessen. Normale Familienhunde sind die Polizeihunde allerdings nicht. „Die sind schon wilder und härter als normale Hunde und verhalten sich auch anders“, sagt der stellvertretende Ausbildungsleiter Heiko Hummel, der selbst gleich zwei Diensthunde führt.

Gehorsam ist alles: Polizeioberkommissar Heiko Hummel mit seiner Spürhündin Aruna, die darauf wartet, endlich ihr Spielzeug suchen zu dürfen. Das Training mit den Polizeihunden funktioniert in erster Linie über den Spieltrieb der Tiere. Fotos: Maaz

Mit allen Hunden wird regelmäßig trainiert. Das funktioniert in erster Linie über den angeborenen Spieltrieb. Die Grundausbildung der hessischen Polizeihunde findet zentral bei der Hessischen Polizeiakademie Abteilung Diensthundewesen in Wiesbaden statt. Die Tiere werden mit ein bis drei Jahren angekauft und ausgebildet, in Rente gehen sie meist mit acht bis zehn Jahren – und bleiben dann in der Regel bei ihren Hundeführern. Einmal im Jahr werden die Polizeihunde auf ihre Diensttauglichkeit geprüft. Bei bestandener Prüfung dürfen sie ein weiteres Jahr als Diensthunde eingesetzt werden.

Als Diensthundeführer kann sich prinzipiell jeder Polizist bewerben, Interesse an Hunden und Erfahrung im Umgang mit den Tieren sind natürlich von Vorteil. Ein Eignungstest ist für potenzielle Diensthundeführer Pflicht. Sportlich und wenig zimperlich sollten die Dienstherrchen auch sein. Bei den Trainings können sie schon mal ins Schwitzen kommen und kleine Bisswunden an den Händen gehören zum Alltag. Auch Heiko Hummels Hände haben schon einiges abbekommen. Der 40-Jährige ist seit 1996 Hundeführer, den ersten Kontakt zu Polizeihunden hatte er während eines Praktikums.

Von Nadine Maaz

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