Bad Hersfelder Festspiele: Constantin Schwab spielt in der Komödie den Hund

Tierische Herausforderung

Der Mann hinter der Hunde-Maske: Constantin Schwab spielt in der von Dieter Wedel inszenierten „Komödie der Irrungen“ den Hund. Eine Rolle, die durchaus eine Herausforderung darstellt – nicht nur weil es unter dem Kostüm mitunter tierisch heiß wird. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Sein Gesicht bleibt dem Publikum selbst beim Applaus meist verborgen, und auch seine Stimme hören die Zuschauer nicht. Trotzdem fällt Constantin Schwab den meisten auf. Der 26-Jährige spielt in der „Komödie der Irrungen“ einen Hund.

Zu der ungewöhnlichen Rolle gekommen ist Schwab, der für die Komödie auch als Regieassistent im Einsatz ist, über Regisseur Dieter Wedel – und tierische Erfahrung.

Mit Dieter Wedel hat der Wahl-Wiener schon in Worms gearbeitet, zunächst als Hospitant. Und immer, wenn bei den Proben eine Rolle ausfiel, übernahm er diese kurzerhand. „2014 hatten wir Tiere dabei, und als eine Ziege ausfiel, musste ich auch diese plötzlich ersetzen“, erzählt Schwab und fügt lachend hinzu: „Ich war fast besser als das Original.“

Bei den Bad Hersfelder Festspielen ist Schwab zum ersten Mal dabei, und nach dem Job-Angebot für die Assistenz, warnte ihn der künstlerische Leiter Joern Hinkel, dass Dieter Wedel da noch einen Anschlag auf ihn vorhätte ... Für Schwab war schnell klar, die Rolle als Hund anzunehmen. „Es war einfach zu lustig, um es nicht zu machen“, sagt der 26-Jährige. Allerdings sei die sehr körperbetonte Rolle, bei der es auf das richtige Timing ankomme, auch furchtbar anstrengend. „Das habe ich am Anfang unterschätzt“, gibt Schwab zu.

Auf allen Vieren

Auf allen Vieren bewegt er sich über die Bühne, in fünf Szenen ist er dabei. Genau wie alle anderen Darsteller muss Schwab wissen, wann und wo sein nächster Einsatz ist. Die Bewegungen sollen möglichst echt aussehen, aber nicht lächerlich wirken. „Man muss durchgehend in der Rolle bleiben“, erklärt Schwab eine weitere Herausforderung. Geübt habe er mit dem Vierbeiner einer Nachbarin. „Mich haben schon Hundebesitzer angesprochen, die mein Spiel sehr gelungen fanden“, freut sich der Wahl-Wiener.

Das Fortbewegen auf Händen und Knien belaste vor allem die Oberarme, sogar Schmerzmittel waren schon vonnöten. Auch die Doppelbelastung auf und vor der Bühne ist nicht zu unterschätzen. „Ich bin während der Proben sozusagen vom Regietisch auf die Bühne und habe auch als Hund versucht, alles mitzubekommen“, erklärt Schwab.

Sein Ganzkörperanzug mit echtem Fellbesatz ist von einer Kostümdesignerin extra angefertigt worden. Über zwei Schnüre in Brusthöhe lässt sich der Schwanz bewegen. „Am Anfang, als es bei den Proben noch kalt war, haben mich die Kollegen beneidet, denn ich was der einzige, der nicht gefroren hat“, berichtet Schwab. Bei Hitze jedoch werde es unerträglich heiß unter dem Kostüm. „Man schwitzt Bäche“. Auch die Reinigung des guten Stücks verlangt Einfallsreichtum. Dass der Hund im Stück keinen Namen hat, mache ihn übrigens nicht bedeutungslos. „Die Zwillinge werden durch den Hund differenziert“, so Schwab. „Und er zeigt, dass irren etwas zutiefst menschliches ist, denn ein Hund würde sein Herrchen niemals verwechseln.“ Der fehlende Name gebe dem Hund zudem etwas Absolutes.

An seiner Rolle hat der 26-Jährige sichtlich Spaß. Er hofft aber, in Zukunft nicht nur auf Tierrollen reduziert zu werden. Bis zum 22. Juli hat Schwab nun erstmal Pause. Weil bei den „Sommernachts-Träumereien“ aber ein echter Esel mitspielt, rechnet er mit einem Anruf, sollte das Tier einmal ausfallen. Zur Person

Die „Komödie der Irrungen“ ist wieder ab dem 22. Juli zu sehen.

Von Nadine Maaz

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