Bad Hersfelder Festspiele: Viele Mitwirkende bringen ihre Hunde mit zur Arbeit

Tierische Festspiele

Gruppenbild mit Damen: Katharine Mehrling, Marion Zollinger und Michaela Barth (von links) mit ihren Hunden Gigi, Jamie und Lotte. Stephanie Krey (rechtes Bild) nimmt Cookie fast immer mit zur Arbeit.

Bad Hersfeld. Camillo hat als Straßenhund auf Teneriffa gelebt, Cookie entkam einer Tötungsstation und Jamie darf im Flugzeug als Handgepäck mitreisen. Bei den Festspielen haben nicht nur die Mitwirkenden Interessantes zu erzählen, auch deren Hunde könnten wohl so einiges berichten. Vom Intendanten bis zum Darsteller haben jedes Jahr viele Festspieler ihre Vierbeiner dabei. Was in anderen Theatern nicht gern gesehen wird, ist in Bad Hersfeld kein Problem.

„Ich kann Lotte fast überall mit hinnehmen, selbst zum Proben“, sagt Kostümbildnerin Michaela Barth. Ihre zehn Jahre alte Huskie-Mischung hat sie fast täglich an der Arbeit dabei. „Viele freuen sich über den Hund und die Tiere helfen, Stress abzubauen“, hat Barth festgestellt.

„Nur selten getrennt“

„Wir sind nur selten getrennt“, berichtet auch die Leiterin der Kostümabteilung, Stephanie Krey. Krey hat ihren Podencomischling Cookie vor etwa einem Jahr vom Tierschutzverein übernommen. „Das regelmäßige Spazierengehen entspannt“, erklärt sie.

Ebenfalls selten ohne ihren Vierbeiner anzutreffen ist Festspiel-Pressesprecherin Ina Rumpf. Puli-Mix Don fühlt sich im Büro seines Frauchens genauso wohl wie auf den Wiesen rund um die Stiftsruine. Nur die Bühne meidet er, nachdem er dort von einem Schuss erschreckt wurde. Don ist sechs bis acht Jahre alt und kommt wie Cookie aus dem Tierheim.

Kleinere Exemplare haben Musicalstar Katharine Mehrling (Kiss me, Kate) und Kollegin Marion Zollinger dabei. „Gigi ist ein echter Theaterhund“, sagt Mehrling und verrät schmunzelnd: „Sie ist wie ich, unabhängig und eigenwillig.“ Die siebenjährige weiße Hündin der Rasse Bolonka Zwetna macht es sich unterdessen gemütlich, beobachtet von Zollingers Pappilon-Rüden Jamie, der in Gigi verliebt sein soll... „Jamie war zehn Wochen alt, als ich ihn bekommen habe, er reist immer mit“, so Zollinger, die sich wegen ihres Jobs bewusst für einen kleinen Hund entschieden hat.

Dass die Hunde bei den Festspielen nicht nur erlaubt, sondern gern gesehen sind, liegt wohl nicht zuletzt daran, dass Intendant Holk Freytag selbst ein Hundefreund ist. Sein Camillo gehört seit einem Dreivierteljahr zur Familie und ist wahrscheinlich zwei Jahre alt. „Camillo ist ein Senf-Hund, da hat jeder seinen Senf dazugegeben“, sagt Freytag lachend. Auch sein Vierbeiner – ein Straßenhund von Teneriffa – kommt aus dem Tierheim. „Er hat viele Freunde hier und verträgt sich mit fast jedem.“

Am Rande der Festspiele tauschen die Herrchen und Frauchen praktische Tipps aus, etwa was gegen Zecken hilft. Und eines ist für sie Ehrensache: der Hundekot wird eingesammelt.

Von Nadine Maaz

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