Sonderausstellung zu den Festspielen im Erlebnis-Museum „wortreich“ in Bad Hersfeld

Theaterluft schnuppern

Einmal selbst Schauspieler sein oder Regisseur oder Bühnenbildner. Das ermöglicht die neue Sonderausstellung „Großes Theater! Bad Hersfelder Festspiele seit 1951“, die heute im „wortreich“ eröffnet wird. Fotos: von Polier

Bad Hersfeld. Besucher des Erlebnis-Museums „wortreich“ in Bad Hersfeld können jetzt Theaterluft schnuppern. Unter dem Titel „Großes Theater! Bad Hersfelder Festspiele seit 1951“ wird heute Abend eine neue Sonderausstellung eröffnet. Sie wird bis zum 30. August im Obergeschoss des „wortreichs“ zu sehen sein.

In der Austellung erwartet die Besucher nicht nur eine Fülle von Informationen, Bildern und Exponaten über die Geschichte der Festspiele, sie können auch hinter die Kulissen blicken und erfahren, wie das Theater in der Ruine produziert wird. Und natürlich – schließlich ist das „wortreich“ ein Mitmach-Museum – ist die eigene Kreativität gefragt.

Bühnenbild und Lichtdesign

In einem Modell der Stiftsruine können die Besucher sich selbst als Bühnenbildner und Lichtdesigner ausprobieren. Dazu gibt es kleine Figürchen, die nach Lust und Laune aufgestellt werden können. Mit verschiedenen Lichtfarben lassen sich dazu passende Stimmungen erzeugen.

Ein großer, beleuchteter Spiegel lädt dazu ein, anhand von Schauspielerfotos Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen auszuprobieren, die Freude oder Trauer, Wut oder Angst, Bedrohung oder Einsamkeit darstellen.

In einer Ecke steht eine kleine Bühne mit einigen Sitzwürfeln davor. Verschiedene Dialoge, zum Beispiel aus „Faust“ oder „Don Quijote“ liegen ausgedruckt zum Probieren bereit, während der Regisseur mit Hilfe von Anweisungskarten die Darsteller dazu auffordert, mehr Bühnenpräsenz zu zeigen oder stärker zu gestikulieren oder sich ganz kindlich zu geben.

In einer kleinen Kabine wird Sprech-Unterricht erteilt und auch als Kostümbildner dürfen die Besucher sich versuchen.

Für langjährige Festspielfreunde gibt es zudem viele Entdeckungen zu machen. Da hängt das Glitzerkleid aus dem Musical Evita und gleich daneben steht das fliegende Krokodil, mit dem Zauberer Petrosilius Zwackelmann im ersten Kinderstück in der Ruine, dem „Räuber Hotzenplotz“, durchs Kirchenschiff flog. Ziemlich mitgenommen wirkt dagegen das Motorrad, das in der „Rocky Horror Show“ mitspielte.

Fotos und kurze Informationstexte sind in Bögen angeordnet, die an die Stiftsruine erinnern und über allem spannt sich ein Stück Sternenhimmel, so wie ihn die Theaterbesucher in lauen Sommernächten erleben können.

Von Christine Zacharias

Festspiel-Sonderausstellung im Bad Hersfelder Mitmachmuseum "wortreich"

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