Günther Fleckenstein war Intendant in Bad Hersfeld

Theaterlegende wird 90 Jahre alt

Günther Fleckenstein 2005 bei einem Schiller-Vortrag in Bad Hersfeld. Archivfoto: Jansen

Göttingen/Bad Hersfeld. Günther Fleckenstein, der von 1976 bis 1981 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele und von 1966 bis 1986 für das Deutsche Theater in Göttingen verantwortlich war, hat gestern im oberbayrischen Germering seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Der gebürtige Mainzer kam über Stationen in Ulm, Gelsenkirchen, Münster und Hannover nach Göttingen, wo er die Nachfolge von Heinz Hilpert antrat. Kein anderer Intendant führte das renommierte Haus so lange wie er. In Fleckensteins Ära fiel der große Um- und Erweiterungsbau des Deutschen Theaters, wie sich der frühere Göttinger Chefdramaturg Norbert Baensch erinnert.

Von 1976 bis 1981 war der Jubilar trotz der Fülle seiner Göttinger Aufgaben Regie-Intendant der Bad Hersfelder Festspiele und danach ständiger Regie-Gast der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel. Unvergessen ist seine Inszenierung von „Der fröhliche Weinberg“ von Carl Zuckmayer in der Stiftsruine.

Qualitätvoll engagiert

In Göttingen, hebt Baensch hervor, setzte Fleckenstein Akzente durch seinen „qualitätsvoll engagierten Spielplan, indem er konsequent Autorenpflege betrieb“. So gab es Reihen mit Werken von Brecht, Camus, Sartre, Schiller, Kroetz, Havel, Kohout, Hochhuth oder Zuckmayer sowie einen „antiken Zyklus“.

Fleckenstein inszenierte auch in Göttingens polnischer Partnerstadt Torun/Thorn, in Moskau, Antwerpen und Rouen. Seine letzte Inszenierung am DT war 1990 in eigener Bearbeitung Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“.

Für sein Werk erhielt der Jubilar zahlreiche Ehrungen. Unter anderem ist er Ehrenmitglied des Deutschen Theaters Göttingen. (p)

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