Stadtparlament diskutiert über Schauspiel-Defizit

Theater-Donner um die Festspiele

Bad Hersfeld. Dramatischer geht es auch nicht in der Stiftsruine zu. Da wünscht sich Thomas Handke (SPD) „mehr Patriotismus und Stolz für die Festspiele“. Sein Parteifreund Bernd Wennemuth warnt davor, dem Intendanten ins Handwerk zu pfuschen. Und der amtierende Bürgermeister, Prof. Lothar Seitz, fragt: „Wollen wir uns die Festspiele zerreden lassen?“

Was war geschehen? Die Grüne Antje Fey-Spengler von der Fraktionsgemeinschaft hatte in einem Antrag ein „umfassendes Konzept“ für die Festspiele verlangt, das ein erneutes Defizit ausschließe.

Sie bezweifelte, dass eine Reduzierung der Aufführungen die Kosten drücken könnte, äußerte auch Zweifel an der Zugkraft von Helen Schneider in „Sunset Boulevard“ und verlangte, die Kartenpreise und Anfangszeiten auf den Prüfstand zu stellen.

Ein Kultur-Ökonom solle beratend eingreifen, begründete sie ihren Antrag, den die Fraktion aus „Liebe zu den Festspielen und der Ruine“ gestellt habe“, wie Hans-Jürgen Schülbe melodramatisch nachschob.

Doch diese Rolle wollte das Parlament nicht spielen. „Es wird Veränderungen geben, wir haben hervorragende Stücke“, sagte Lothar Seitz. Intendant Holk Freytag habe reagiert, aber man müsse jetzt anfangen, denn der Vorverkauf für die nächste Spielzeit beginne schon am 28. Oktober. Die Stadt müsse positiv nach außen agieren und zeigen: „Wir stehen hinter den Festspielen.“

Wie auf Stichwort kam dann der Einsatz von CDU-Fraktionschef Gunter Grimm. „Der Intendant hat die Botschaft der Stadtverordenten verstanden“, sagte er und forderte: „Gebt ihm eine Chance“.

Fehling: Laien einsetzen

FDP-Hauptdarsteller Thomas Fehling machte sich für den Einsatz von Laien stark und schlug vor, interessierte Bürger in die Gestaltung der Festspiele einzubeziehen. Dies wurde unter Hinweis auf die bereits bestehende Festspiel-Kommission abgeschmettert, wie auch der Vorstoß von Antje Fey-Spengler trotz Theaterdonners bei den Kritikern durchfiel. (kai)

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