16-Jähriger wegen 25-facher räuberischer Erpressung verurteilt

Terror in der Schule: Geld oder Backpfeife

Bad Hersfeld. Wegen räuberischer Erpressung in 25 Fällen hat das Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld einen 16 Jahre alten Schüler zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt. Der türkische Staatsbürger hatte an der Geistalschule gemeinsam mit anderen einen 14-jährigen Mitschüler über Monate hinweg unter Androhung von körperlicher Gewalt zur Herausgabe seines Taschengeldes genötigt.

Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe setzte das Gericht unter Vorsitz von Richter Dr. Rolf Schwarz für zwei Jahre zur Bewährung aus. Als Auflage wurden 200 Stunden gemeinnützige Arbeit und die Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Seminar verhängt.

Der Terror gegen den Mitschüler dauerte von Anfang dieses Jahres bis Juni. Der 16-Jährige und ein noch nicht strafmündiger, erst 13 Jahre alter Mittäter stellten ihrem eingeschüchterten Opfer immer wieder Backpfeifen in Aussicht, um ihm wegen angeblicher Wettschulden Beträge von etwa zehn Euro abzupressen.

In einem Fall rückte der 14-Jährige sogar sein 350 Euro teures Handy im Tausch gegen ein altes, aber noch funktionstüchtiges Gerät seines Peinigers heraus.

Weil er sich schämte, keinerlei Widerstand geleistet zu haben, vertraute sich der Geschädigte weder Mitschülern oder Lehrern noch seinen Eltern an.

Der Türke stritt die Vorwürfe von Staatsanwalt Dominik Dute zunächst vehement ab. Erst seinem Verteidiger, dem Bad Hersfelder Rechtsanwalt Gerold Semsch, gelang es, den bereits vorbelasteten Türken zu einem Geständnis zu bewegen. Am Ende räumte der Angeklagte alle Vorwürfe ein.

Um seinen 13-jährigen Komplizen wird sich nun das Jugendamt kümmern. Ein 17-jähriger Mitangeklagter, der in einem Fall gegen einen anderen Schüler beteiligt war, wurde zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. weiterer bericht, zum tage, lokalseite 2

Von Karl Schönholtz

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