Netzagentur fordert genauere Bewertung von Alternativen

Tennet soll Antrag zu Stromtrasse nachbessern

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Hersfeld-Rotenburg. Die Pläne der Firma Tennet für den Bau der Gleichstromtrasse Suedlink, die auch durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg führen würde, sind aus Sicht der Bundesnetzagentur noch nicht in allen Punkten ausreichend begründet. Das Unternehmen sei zu Nachbesserungen aufgefordert worden.

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Als Zurückweisung der Pläne, die in Nordhessen hoch umstritten sind, könne dieses Verfahren aber nicht interpretiert werden, sagte Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur.

Die Vor- und Nachteile der beschriebenen Trassenkorridore für die öffentlichen und privaten Belange müssten fachgerecht und nachvollziehbar dargestellt werden. Das sei bisher nicht für alle Varianten geschehen, erklärte Reifenberg.

Man gehe jedoch davon aus, dass die Firma Tennet die Unterlagen „zeitnah“ vervollständigt. Die geplanten Antragskonferenzen könnten im Sommer 2015 stattfinden.

Aus Sicht der Bürgerinitiativen gegen Suedlink ist die Einschätzung der Bundesnetzagentur eine Bestätigung der seit Monaten geäußerten Kritik an dem Projekt und dem Planungsverfahren. „Das ist eine schallende Ohrfeige für die Firma Tennet, die ihre Arbeit offenbar nur schlampig erledigt hat“, erklärte der Sprecher des BI-Landesverbandes, der Fritzlarer Ingmar Theiß.

Es zeige sich, dass Tennet nur den sogenannten Mitte-West-Korridor favorisiere, die Alternativen aber nicht in der gebotenen Tiefe bewertet habe. Theiß: „Die Einschätzung der Bundesnetzagentur zeigt, dass wir von der BI keine Spinner und Fantasten sind.“

Die Bürgerinitiative fordert eine Neuausrichtung der Energiewende mit dezentralen Lösungen sowie einen wirklichen Dialog, wie er beispielsweise in Bayern geführt werde. Das Projekt könnte dann tatsächlich auf der Kippe stehen.

Von Heinz Rohde

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